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Zur Funktionsprüfung von Grundwassermessstellen: Bestimmung von Brunneneintrittsverlusten mittels Slug-Interferenz-Tests

Research paper by Matthias A. Zenner

Indexed on: 01 Jun '00Published on: 01 Jun '00Published in: Grundwasser



Abstract

Slug-Tests gehören heute zu den kostengünstigen Verfahren, die für die Bestimmung der hydraulischen Leitfähigkeit eines Grundwasserleiters zur Verfügung stehen. Mit der vorliegenden Untersuchung wird ein neues nicht-lineares Slug-Test-Modell für unvollkommene Brunnen vorgestellt. Es besitzt Gültigkeit für den gesamten Bereich von unterkritischer bis überkritischer Dämpfung und gestattet neben der Berücksichtigung von turbulenter Reibung, Skin-Effekten sowie der Trägheit der Wassersäule im Borhrloch auch die verzerrungsfreie Repräsentation von Slug-Tests, die mit großen Anfangsauslenkungen intiiert werden. Darüber hinaus ermöglicht das Modell die Analyse von oszillatorischen bzw. nicht-oszillatorischen Reaktionen, die während eines Slug-Interferenz-Tests in einem benachbarten Beobachtungsrohr induziert werden. Ein Anwendungsbeispiel veranschaulicht den Einsatz des neuen Verfahrens und zeigt, dass die Durchführung von Slug-Interferenz-Tests bei günstigen Testbedingungen im Zusammenhang mit der Funktionsprüfung eines Messstellenpaares einen sensitiven Nachweis von Skin-Effekten erlaubt und die Parameterschätzung der hydraulischen Kennwerte des gekoppelten Systems Brunnen/Grundwasserleiter/Beobachtungsrohr im Vergleich zu konventionellen Slug-Tests deutlich verbessert.