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Zur Frage des aktiven Eisens

Research paper by Helmut Petow, Hans Kosterlitz

Indexed on: 01 Dec '29Published on: 01 Dec '29Published in: Research In Experimental Medicine



Abstract

1. Die qualitative Benzidinreaktion ist nicht geeignet zur Klassifikation der Eisensalze in „aktiv“ und „inaktive“; im neutralen Milieu deshalb nicht, weil sie so nicht einmal für Eisensalze spezifisch ist; im sauren Milieu deshalb nicht, weil sie lediglich darauf beruhen kann, daß die Säurespaltung des gebildeten Benzidinblaus verzögert wird.2. Um einen Unterschied in der katalytischen Wirksamkeit der verschiedenen Eisensalze auffinden zu können, ist es notwendig, die Bildung des Benzidinblaus in eindeutig definiertem System quantitativ zu verfolgen. Bei einem solchen Versuche ergibt sich, daß die Wirksamkeit der „aktiven“ Salze in ähnlicher Weise von der H2O2-Konzentration abhängig ist wie die des Hämoglobins, während die der ionisierten Ferrosalze weitgehend davon unabhängig ist.3. Die Größe des Umsatzes ist sowohl bei den Ferrosalzen wie auch bei den „aktiven“ Salzen und dem Hämoglobin von der Wasserstoffionenkonzentration abhängig. Das Optimum liegt bei pH etwa 5,0 und dürfte die Resultante zwischen der katalysefördernden Wirkung der Wasserstoffionen und ihrem zerstörenden Einfluß auf das gebildete Benzidinblau sein.4. Auch bei optimalen Bedingungen ist der Umsatz der „aktiven“ Salze — auch des nur dreiwertiges Eisen enthaltenden Natriumpentacyanoaquoferriates — erheblich größer als der der ionisierten Ferrosalze, bleibt aber weit hinter dem des Hämoglobins zurück.5. Die „aktiven“ Salze haben also im Reaktionstyp eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Hämoglobin, doch steht ihre Umsatzgröße sehr viel näher der der Ferroionen als der des Hämoglobins. Wir glauben, daß man deshalb noch nicht berechtigt ist, die „aktiven“ Salze als eine besondere Klasse von Katalysatoren anzusehen.6. Die eisenhaltigen Mineralwässer des Handels — im SinneBaudischs gealtert — verhalten sich wie Ferroionenlösungen.