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Zur Frage der Speicherung von Vitalfarbstoffen in den Lymphknoten

Research paper by S. Sawelsohn

Indexed on: 01 Dec '30Published on: 01 Dec '30Published in: Zeitschrift fur die gesamte experimentelle Medizin einschliesslich experimentelle Chirurgie



Abstract

1. Die subcutan injizierten Trypanblaulösungen und Tuscheaufschwemmungen werden teils durch das Unterhautzellgewebe, teils durch die regionären Lymphknoten zurückgehalten.2. Bei einer Konzentration des Farbstoffs 1:10 000 erhält man nach subcutaner Injektion eine sehr starke Speicherung des Farbstoffs in den Histiocyten des Bindegewebes an der Injektionsstelle; in den regionären Lymphknoten ist jedoch der Farbstoff sogar 2 Tage nach der Injektion nicht zu finden. Bei einer Konzentration 1: 1000 erscheint der Farbstoff auch in den Lymphknoten, wobei schon nach 2 Tagen die Speicherung des Farbstoffs sowohl in den Lymphknoten der Kniebeuge, als auch in den retroperitonealen Knoten fast gleich intensiv ist.3. Der Farbstoff tritt in den retroperitonealen Knoten nicht nur an der Seite der Injektion auf, sondern auch an der entgegengesetzten Seite, was auf ein Vorhandensein von Lymphgefäßanastomosen hinweist.4. In den Inguinalknoten ist die Farbstoffspeicherung an der Injektionsseite immer schwächer ausgeprägt als in den Lymphknoten der Kniebeuge und den retroperitonealen Knoten.5. Nur bei subcutaner Injektion von Trypanblaulösung in einer Konzentration von 1: 100 in derselben Menge, wie in übrigen Versuchen, gelingt es in denselben Zeiträumen eine Farbstoffspeicherung im Retikuloendothel der inneren Organe und im Nierenepithel nachzuweisen. Die Farbstoffspeicherung erscheint in erster Linie im Epithel der Hauptstücke der Harnkanälchen und fast gleichzeitig in denv. Kupfferschen Sternzellen der Leber und erst bedeutend später in den Lymphknoten, die entfernt von der Injektionsstelle liegen.6. Die vorläufige (3–5 Tage vor der Trypanblauinjektion) Blockade der Lymphknoten mit Tusche mittels subcutaner Injektion einer Tuscheaufschwemmung, übt keinen merklichen Einfluß auf die Trypanblauspeicherung aus, sowohl in den Lymphknoten, als auch in den inneren Organen.7. Eine durch Unterbindung aller großer Venen der Extremität hervorgerufene venöse Hyperämie bedingt nach 2–5 Tagen keine Störungen in der Farbstoffspeicherung weder lokal, noch in den regionären Lymphknoten oder in den inneren Organen. Nur bei Anlegen auf die Extremität eines elastischen Schlauches und völliger Hemmung der venösen Blutzirkulation, erhält man eine stark herabgesetzte Speicherung des Farbstoffs im Retikuloendothel der Lymphknoten und ein Ausbleiben der Speicherung in den inneren Organen.