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Zur Frage der Beeinflußung des Endometriums durch extrauterine Genitaltumoren im kleinen Becken

Research paper by D. Hofmann

Indexed on: 01 Jul '61Published on: 01 Jul '61Published in: Archives of Gynecology and Obstetrics



Abstract

Um festzustellen, ob bei Vorliegen extrauteriner Genitaltumoren im kleinen Becken, die an und für sich nicht als hormonal aktiv gelten, eine signifikante Häufung von Blutungsstörungen bestünde, die auf einer zusätzlichen hormonalen Stimulation des Endometriums durch die Tumoren beruhen könnten, wurden sämtliche derartigen Tumoren aus dem Krankengut der Universitäts-Frauenklinik Gießen aus den letzten 15 Jahren zusammengestellt. Von 156 Fällen, die im Zeitraum der Fortpflanzungsfähigkeit mit Tumoren der genannten Art erkrankt waren, wiesen nur 7 Fälle, d. h. 4,5%, Blutungsstörungen auf, welche nicht auf eine der bekannten Ursachen zurückzuführen waren und welche somit die Möglichkeit des Kausalzusammenhanges Tumor/Blutungsstörung offen lassen. Nur 5 Fälle, d. h. 3,2%, wiesen die Zeichen einer Hyperplasie oder einer Polyposis uteri auf. Von 149 nach der Menopause aufgetretenen Ovarialtumoren fanden sich in 11 Fällen, d. h. in 7,4%, Endometrien mit Funktionszeichen. Letztere waren jedoch auch in 25,3% sämtlicher im untersuchten Zeitraum festgestellten Blutungen nach der Menopause zu finden. — Weißen Mäusen wurde das Ehrlich-Ascitescarcinom derart in die Gegend des inneren Genitale verimpft, daß hier eine starke Hyperämie und offenbar in deren Gefolge eine erhebliche Vergrößerung der Uteri auftrat. Während Cyclusbestimmungen mittels des Vaginalabstriches keinerlei Veränderungen bei den tumortragenden Tieren ergaben, zeigten die Endometrien histologisch die Zeichen eines Daueroestrus. Obwohl bei klinischen Untersuchungen immer nur ein kleiner Anteil der Fälle die Möglichkeit eines Kausalzusammenhanges zwischen Tumor und hormonaler Stimulation des Endometriums vermuten ließ, ist auf Grund der Tierversuche diese Möglichkeit grundsätzlich zu bejahen.