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Zur Deutung von dielektrischen Relaxationserscheinungen im Bündelmodell

Research paper by B. Stoll, W. Pechhold, S. Blasenbrey

Indexed on: 01 Nov '72Published on: 01 Nov '72Published in: Colloid and Polymer Science



Abstract

Das Ziel dieser Arbeit ist eine Prüfung des Bündelmodells für Polymere an einigen dielektrischen und mechanischen Relaxationserscheinungen in Polyoxymethylen (POM), Polyvinylchlorid (PVC), Polymonochlortrifluoräthylen (PCTFE) und Polyisobutylen (PIB). Dazu werden zunächst die wichtigsten im Molekülbündel denkbaren Fehlordnungen der Einzelkette beschrieben. Bestimmte Umlagerungen dieser Defekte werden den zu behandelnden Relaxationsprozessen zugeordnet. Anschließend werden aus den experimentellen Relaxationsbeträgen die zugehörigen Defektkonzentrationen berechnet. Dazu werden teils eigene Messungen (PVC, PIB), teils Literaturdaten (POM, PCTFE) verwendet. Die Resultate aus dielektrischen und mechanischen Messungen werden untereinander und mit den entsprechenden Werten für PE (1, 3, 4, 5) verglichen. In allen behandelten Fällen können Zuordnungen zwischen Relaxationserscheinung und Molekülbewegung getroffen werden, die eine sinnvolle Defektkonzentration ergeben:Tieftemperaturrelaxation in POM sowie Nebendispersion in PVC —Umlagerung von Kinkblöcken im Amorphen, dielektrische Hauptdispersion in PVC-, Einsetzen einer unbeschränkten Bewegung von Kinken und Kettentorsionen, Tieftemperaturprozesse in PCTFE-Bewegung von Drehfehlern entlang der Kette, dielektrische Hauptdispersion in PIB —unbeschränkte Bewegung von Kinkblöcken.