Quantcast

Zur Bewertung verschiedener Methoden der quantitativen Harnindicanbestimmung

Research paper by Heinrich Eucker

Indexed on: 01 Dec '38Published on: 01 Dec '38Published in: Research In Experimental Medicine



Abstract

1. Ausgehend von den großen Unterschieden der für die täglichen Harnindicanausscheidung bekannten Angaben des Schrifttums werden die diese Unterschiede bedingenden Fehlerquellen der meisten älteren quantitativen Bestimmungsmethoden aufgezeichnet. Hierbei erschien es besonders wichtig, die Auswirkung eines fast allen quantitativen Methoden gemeinsamen nach den meisten Autoren die Indoxylbestimmung nicht beeinträchtigenden Arbeitsganges genau nachzuprüfen.2. Durch Vergleich der Ergebnisse dreier auf verschiedenen Prinzipien beruhenden Bestimmungsmethoden an reinen Indoxyllösungen, an Harnen unbekannten Indicangehaltes sowie an Harnen mit bekannten Indoxyleinwagen, konnte die besondere Leistungsfähigkeit der Methoden nachSchlierbach sowieRose-Exton in der Ausführungsweise nachBöhm undGrüner festgestellt werden.3. Als Hauptursache für die Unzulänglichkeit der dritten Methode, der Methode nachZacherl, wurde die hierbei erforderliche Bleiessigfällung der Harne erkannt.4. Die Bleiessigfällung bewirkt eine sehr erhebliche Minderung des Indoxylgehaltes der zu untersuchenden Harne, die sich nach unseren Untersuchungen auf 15–40%, nachBöhm undGrüner sogar auf 34 bis 58% beläuft.5. Durch die unseres Wissens von anderen Autoren nicht durchgeführten Analysen des Bleihydroxyd(?)-Niederschlages konnte ausgeschlossen werden, daß die Konzentrationsunterschiede zwischen Harn und zugehörigem Bleiacetatfiltrat durch die Fehlerbreite der angewandten Methoden vorgetäuscht sein könnten. Die der Indoxylkonzentrationsverminderung entsprechenden Indicanmengen wurden mit hinreichender Genauigkeit im Niederschlag nachgewiesen.6. Der fast allen älteren Methoden gemeinsame Arbeitsgang der Harnklärung mit Bleiacetat bedingt eine sehr erhebliche Minderung des Indicangehaltes der zu untersuchenden Harne, die, da inkonstant, durch einen Korrektionsfaktor nicht ausgeglichen werden kann.7. Aus allen diesen Gründen ergibt sich die Notwendigkeit, die durch die bisherigen Untersuchungen unter Verwendung unzulänglicher Methoden scheinbar geklärten Fragestellungen des großen Gebietes des Indoxylstoffwechsels, besonders jedoch solche Probleme, die durch Harnanalysen und Bilanzversuche sowie durch Gewebsanalysen bearbeitet wurden, einer eingehenden Nachprüfung mit neueren und leistungsfähigeren Methoden der quantitativen Indicanbestimmung oder auf andere Weise zu unterziehen.