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Wertrechnung und Preisrechnung in der sozialistischen Planung der UdSSR

Research paper by Gottfried Frenzel

Indexed on: 01 Mar '66Published on: 01 Mar '66Published in: Statistical Papers



Abstract

Der vorliegende Aufsatz zeigt den Stand, den die allgemeine Wert-Preis-Diskussion in der UdSSR bis zum heutigen Tage erreicht hat.Nach einem kurzen Hinweis auf die Problemstellung folgt ein Abriß der Preisgeschichte der UdSSR, die den Schluß nahezulegen scheint, daß eine in physischen Größen durchgeführte Planung nicht imstande ist, ein stabiles Gleichgewicht zu finden, d. h., sie kann nicht funktionieren.Die Belkinschen Arbeiten analysieren das Sozialprodukt der UdSSR für 1959; dabei wird das Mehrwertvolumen proportional zu 1. dem Lohnaufwand, 2. den Selbstkosten, 3. und 4. dem Produktionsvermögen auf die Sektoren umverteilt. Es zeigt sich, daß der Anteil des Volkseinkommens am Bruttoprodukt, der zu laufenden Preisen 45% beträgt, im Produktionspreissystem auf 37% absinkt: weiterhin, daß die UdSSR zu laufenden Preisen 49% der Industrieproduktion als Zwischenprodukte einsetzt und 51% als Endprodukte, zu Einheitspreisen etwa 58,5% und 41,5% gegenüber 57,5% und 42,5% in den USA.Die modernen Arbeiten der sowjetischen Theoretiker zeigen, daß Produktionsaufwand und -resultat nicht nach dem vollen Arbeitsaufwand bewertet werden können, da infolge unterschiedlicher Arbeitseinsatzbedingungen Wertmodifikationen zustande kommen, die in optimalen Bewertungssystemen ihren Ausdruck finden. Dabei handelt es sich um Marginalsysteme, denen keinerlei qualitativer Inhalt in bezug auf alternative Wirtschaftsordnungen zukommt. In diesem Zusammenhang werden die Arbeiten der Professoren Kantorovič, Novožilov und Lurje erwähnt.Das empirisch relevante Kapitel bringt die von Prof. Diderichs durchgerechneten Systeme, die — mit Ausnahme des Differentialaufwandssystems, das nur für den Optimalplan existiert — den Belkinischen Systemen entsprechen, sich aber nicht auf das faktische, sondern auf ein optimiertes Sozialprodukt beziehen. Abschließend werden die Vorteile angedeutet, die die Entwicklung der sozialistischen Preistheorie dem internationalen Vergleich bringen kann.