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Was steckt hinter der Überweisungsdiagnose „z. B. Immundefekt“?

Research paper by P. Lankisch, A. Borkhardt, D. Pfründer, H.-J. Laws

Indexed on: 23 Jan '14Published on: 23 Jan '14Published in: Monatsschrift Kinderheilkunde : Organ der Deutschen Gesellschaft fur Kinderheilkunde



Abstract

Ziel der Studie war es, Häufigkeit und Symptomatik eines primären Immundefekts bei Patienten einer Spezialambulanz für klinische Immunologie zu untersuchen.Von Mai 2010 bis Mai 2012 wurden prospektiv 210 Patienten erfasst, die mit der Verdachtsdiagnose „z. B. Immundefekt“ zur Abklärung überwiesen wurden.Infekte der oberen Atemwege, unklares Fieber, Gedeihstörung, Abszesse und Pneumonien machten zwei Drittel der Zuweisungsdiagnosen aus. Jeder dritte Patient hatte einen Migrationshintergrund. Bei 36 (17 %) Patienten konnte die Diagnose eines Immundefekts gestellt werden. Ein Antikörpermangel unterschiedlicher Genese war der am häufigsten diagnostizierte Immundefekt. Zwischen Beginn der Symptomatik und Diagnosestellung lagen im Mittel 30,3 Monate.Bei der geschilderten Symptomatik und entsprechenden Hinweiszeichen sollten Pädiater an das Vorliegen eines primären Immundefekts denken und eine Überweisung in eine Spezialambulanz veranlassen.