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Vom Einfluß organischer Stoffe und organischer Zweistoffgemische auf die Grenzflüchenreibung

Research paper by Ilse Lore Gauditz, Rembert Ramsauer

Indexed on: 01 Dec '44Published on: 01 Dec '44Published in: Colloid and Polymer Science



Abstract

Nach einer einleitenden begrifflichen Klarstellung der verschiedenen Reibungstypen Werden Versuche zur Messung der Grenzflüchenreibung von organischen Stoffen und ihren Zweistoffgemischen an Messing und an Glas mitgeteilt.Die Messungen an chemisch einheitlichen Stoffen ergeben einen, wenn auch verschieden stark ausgeprägten Abfall der Reibungswerte mit wachsender Zahl der Kohlenstoffatome innerhalb der homologen Reihen. Die Unterschiede an Glas und Messing lassen sich dabei mit der Verschiedenartigkeit der zwischenmolekularen Kräfte in der Grenzschicht bei dipollosen und Dipol-Flüssigkeiten in Zusammenhang bringen. Zusammenhänge genereller Art zwischen Viskosität und Grenzflächenreibung bestehen nicht. Innerhalb der homologen Reihen erweist sich allgemein, daß die Grenzflächenreibung mit wachsender Viskosität absinkt. Ferner zeigen sich innerhalb der homologen Reihen Zusammenhänge mit der Grenzflächenspannung und der spezifischen Haftarbeit, die jedoch wegen der komplexen Natur der Grenzflächenreibung zunächst noch nicht auf einfache allgemeine Gesetzmäßigkeiten zurückgeführt werden können.Die Ergebnisse der Reibungsmessungen an Zweistoffgemischen lassen eine starke Reibungsaktivität polarer Mischungspartner erkennen, deren Voraussetzung eine selektive Adsorption in der Grenzschicht ist. Die Konzentrationsabhängigkeit der Reibungswerte beweist den Einfluß der Übermolekülbildung in der Flüssigkeit und an der Grenzschicht auch auf die Grenzflächenreibung. Vergleiche der Konzentrationsabhängigkeit von Grenzflächenspannung und Grenzflächenreibung geben Anlaß zu grundsätzlichen Bemerkungen zur Physik der Grenzflächenreibung.