Quantcast

Vital- und Fluoreszenzfärbestudien an Rhodophyceenzellen

Research paper by Ioannes Tsekos

Indexed on: 01 Mar '68Published on: 01 Mar '68Published in: Protoplasma



Abstract

„Leere“Zellsäfte. Die Zellsäfte von 8 Arten weisen diffuse, positiv metachromatische Färbung auf, die gelegentlich mit Vakuolenkontraktion verbunden ist. Mit Akridinorange wird eine kupferrote Fluoreszenzfarbe erhalten.Bei den Zellsäften von 6 Arten treten gleichzeitig diffuse, positiv metachromatische Färbung und Entmischungsaggregate auf.Bei diesen 14 Arten wird mit Rhodamin B weder Zellsaftfärbung noch Zellsaftfluoreszenz hervorgerufen. Nach Ammoniakbehandlung verschwinden sowohl die diffuse Färbung als auch die Entmischungsaggregate. Die diffuse, positiv metachromatische Färbung kommt nach dem Ionenfallenmechanismus zustande, während die Bildung von Entmischungsaggregaten durch eine Elektroadsorption an negativ geladenen Vakuolenkolloiden hervorgerufen wird.Für diese 14 Arten wurde durch Ermittlung der absoluten Färbeschwellen der Zellsäftein vivo eine saure Reaktion festgestellt.„Volle“Zellsäfte. Die Zellsäfte vonPolysiphonia tenerrima undPolysiphonia secunda. zeigen mit den kationischen Farbstoffen negativ metachromatische Färbung und Fluoreszenzfarben, die der negativen Metachromasie entsprechen. Mit dem elektroneutralen Rhodamin B wird ebenfalls eine Färbung erzielt. BeiPolysiphonia tenerrima entstehen außerdem Entmischungsaggregate. Nach Ammoniakbehandlung entfärben sich die Zellsäfte nicht. Diese Ergebnisse machen eine chemische Bindung zwischen den Farbstoffen und bestimmten Vakuolensubstanzen wahrscheinlich.Tonoplastenfärbung. Die „überlebenden“ Tonoplasten weisen eine kräftigere Farbstoffspeicherung als die Zellsäfte der intakten Zellen auf. Diese Erscheinung beruht darauf, daß das koagulierende Protoplasma durch den Tonoplasten nekrogene Speicherstoffe abgibt.Das Plasma und die Piastiden weisen nach Vitalfärbung einen grauen, gelben, grünen oder braunen Farbton auf, der auf einer Speicherung der in den lipoiden Bestandteilen gelösten Farbstoffmoleküle beruhen muß.Der IEP derZellwände aller Arten liegt um pH 3,0.