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Vergleichende Untersuchungen zum Vitamin-B6-Status gravider und nichtgravider Ratten bei unterschiedlicher Vitamin-B6-Versorgung

Research paper by Friederike Reithmayer, Dora A. Roth-Maier, M. Kirchgeßner

Indexed on: 01 Mar '85Published on: 01 Mar '85Published in: European Journal of Nutrition



Abstract

Mit Hilfe eines zweifaktoriellen Versuchsmodelles sollte der Einfluß unterschiedlicher alimentärer Vitamin-B6-Zulagen auf den Vitamin-B6-Status gravider und nichtgravider Ratten untersucht werden. Dabei sollte auch geklärt werden, ob sich ein Trächtigkeitsanabolismus von Vitamin B6 in der Gravidität ausbildet.Für den Versuch standen 69 weibliche SPF-Sprague-Dawley-Ratten zur Verfügung. 9 Ratten wurden als Kontrollen zu Versuchsbeginn getötet. 30 Tiere wurden zu Versuchsbeginn bei einem Gewicht von 210 g gepaart. Die 60 Versuchstiere erhielten, aufgeteilt auf 5 Diätgruppen mit je 6 graviden und 6 nichtgraviden Tieren, eine halbsynthetische Diät auf Stärke-Casein-Basis mit einem Vitamin-B6-Gehalt von 1, 6, 12, 24 bzw. 48 mg Vit. B6/kg. Der Versuch endete am 19. Trächtigkeitstag der graviden Tiere. Der Vitamin-B6-Gehalt der Leber, des rechten und linken Oberschenkelmuskels sowie des verbleibenden Restkörpers, nach Entnahme des Intestinums und des gesamten Reproduktionsproduktes bei den graviden Tieren, wurde mikrobiologisch mit Saccharomyces uvarum bestimmt.Der Vitamin-B6-Status der Leber, die durchschnittlich 8,4 Μg Vit. B6/g FS enthielt, war vom Leistungsstadium nicht beeinflußt. Dagegen prägten sich in Muskel und Restkörper der graviden Tiere mit durchschnittlich 4,8 bzw. 2,6 Μg Vit. B6/g FS um 6 und 7 % signifikant geringere Vitamin-B6-Konzentrationen im Vergleich zu nichtgraviden Vergleichstieren aus. Die Versorgung mit 1 mg Vit. B6/kg Diät ergab unabhängig vom Leistungsstadium im Vergleich zu den übrigen Zulagestufen signifikant verringerte Vitamin-B6-Konzentrationen in Leber und Muskel. Höhere Vitamin-B6-Zulagen als 6 ppm erhöhten den Vitamin-B6-Status dieser Organe nicht weiter. Im Restkörper, der kaum auf die Vitamin-B6-Supplementierung reagierte, bildeten sich nur zwischen den Gruppen mit 1 und 48 ppm Vitamin B6 signifikante Konzentrationsunterschiede aus.Aus der Summe dieser Ergebnisse ergab sich bei den graviden Tieren ein Vitamin-B6-Pool von 596 Μg Vitamin B6 im maternalen Organismus, der gegenüber den Vergleichstieren um etwa 8 % vermindert war. Ein Trächtigkeitsanabolismus kann damit aufgrund dieses Ergebnisses für das Vitamin B6 nicht nachgewiesen werden. Aus den Untersuchungen ließ sich als Empfehlung für den optimalen Vitamin-B6-Bedarf gravider Ratten ableiten, daß eine Zulage von 6 mg Vit. B6/kg Diät, entsprechend einer täglichen Aufnahme von 80 Μg Vitamin B6, ausreicht, um in hochtragenden Ratten einen optimalen Vitamin-B6-Status zu gewährleisten.