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Vergleichende Untersuchungen über die erregende Wirkung einiger Narkotika am Atemzentrum

Research paper by Wilhelm Blume

Indexed on: 01 May '28Published on: 01 May '28Published in: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology



Abstract

Bei intravenöser Injektion wässeriger Lösungen an Kaninchen kommt außer dem äthylalkohol auch dem Heptylalkohol und dem Äther eine erregende Wirkung auf das Atemzentrum zu. Das Chloroform übt entweder keine oder eine sehr geringe erregende Wirkung auf das Atemzentrum aus.Von diesen vier Narkotika kommt bei der Anwendung des Äthylalkohols die erregende Wirkung auf das Atemzentrum am besten zur Geltung.Die erregenden Dosen waren bei Kaninchen von durchschnittlich 2 kg Gewicht 20 ccm einer 5%igen Lösung für den Äthylalkohol, für den Heptylalkohol 20 ccm einer 0,1%igen Lösung, für den Äther 20 ccm einer 1%igen Lösung. Die erregende Wirkung des Chloroforms trat nie während der 1. halben Stunde nach der Injektion auf. Sie zeigte sich während der 2. halben Stunde nach der Injektion von 10–20 ccm einer 0,1%igen Lösung in 6 von 16 Fällen.Die erregende Wirkung der Narkotika auf das Atemzentrum ist nicht reflektorisch bedingt, denn sie ist auch an enthirnten Kaninchen, denen beide Vagi durchschnitten wurden, zu beobachten.Die vorliegenden Versuche sprechen auch sehr für eine direkt erregende Wirkung der Narkotika und gegen die Annahme einer Lähmung hemmender Zentren.Das durch Morphin geschädigte Atemzentrum läßt sich durch Äthylalkohol, Heptylalkohol und Äther, nicht durch Chloroform erregen.Das Atemvolumen darf im günstigsten Fall beim Äthylalkohol auf 71%, beim Heptylalkohol auf 96%, beim Äther auf 92% der Norm herabgesetzt sein, wenn eine Steigerung über den Anfangswert erzielt werden soll.