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Untersuchungen über thermo- und photochemische Erscheinungen beim Absterben der Zellen

Research paper by W. W. Lepeschkin

Indexed on: 01 Dec '37Published on: 01 Dec '37Published in: Protoplasma



Abstract

Bei der Bestimmung der Todeswärme der Hefe und ihrer Veränderung im Stoffwechsel wurde Preßhefe durch ein Gemisch von Sublimat und Oktylalkohol getötet; die dabei freigesetzte Wärmemenge wurde mit der Wärmemenge verglichen, die bei der Einwirkung desselben Giftgemisches auf durch Erhitzen bis 80° C getöteten Hefe entsteht. In einem speziellen Versuch wurde gezeigt, daß solches Erhitzen die Wärme der Reaktion zwischen Sublimat und Hefesubstanzen unbeeinflußt läßt.Bei der Aufbewahrung der Hefe in einem verschlossenen Raum ohne Wasserzusatz fällt die Todeswärme der Hefe während 32 Tagen allmählich von 0,64±0,03 g Kal. auf 0,21±0,03 g Kal. pro g Trockensubstanz der Hefe, was auf einen allmählichen Verbrauch der Vitaide beim Hungerstoffwechsel der Zellen hinweist. Die Zunahme der Wärme der Reaktion zwischen dem Giftgemisch und Hefesubstanzen von 0,24±0,01 auf 0,54±0,01 g Kal. (pro g Trockensubstanz) weist zugleich auf eine Vermehrung hydrolysierter Eiweißkörper in den Zellen hin, so daß die Vermutung ausgesprochen wird, daß der Eiweißanteil des Vitaidmoleküls allmählich bei der Aufbewahrung der Hefe hydrolysiert wird, was den Zerfall der Vitaide veranlaßt.Die bei der Aufbewahrung der Hefe beobachtete sehr starke Verminderung des negativen thermischen Effekts weist auf den Verbrauch der Eiweiß-körper hin, die mit Sublimat bei Wasserüberschuß dissoziierende Verbindungen bilden und die vielleicht Zwischenprodukte beim Aufbau des Vitaidmoleküls darstellen.Der Abbau der Vitaide wird durch Luftabschluß nicht gehindert.Parallel mit der Abnahme der Vitaide in den Zellen findet auch die Abnahme der Resistenz der Zellen gegen Gifte statt.Bei der Ernährung der Hefe mit Mineralsalzen, Pepton und reichlich Zucker (10 %) nahm die Todeswärme von 0,50 g Kal. bis 0,77 g Kal. zu, während der negative Effekt von 0,34 auf 0,19 g Kal. fiel. Dieselbe Nährlösung aber mit einer kleineren Zuckermenge (1 %) rief keine Änderung der Todeswärme hervor. Es wurde angenommen, daß für die Synthese der Vitaide bei der Entwicklung der Hefe in Nährlösungen Alkoholgärung notwendig ist, die für diese endotherme Synthese Energie liefert.