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Unabhängigkeit des Abschlussprüfers — Zum Einfluss von Beratungsleistungen auf Unabhängigkeitswahrnehmungen von Aktionären

Research paper by Reiner Quick, Bent Warming-Rasmussen

Indexed on: 01 Oct '07Published on: 01 Oct '07Published in: Journal of Business Economics



Abstract

Gleichzeitige Beratungstätigkeit kann die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gefährden. Ausgelöst durch zahlreiche Bilanzskandale wurden sowohl die internationalen als auch die nationalen Unabhängigkeitsnormen verschärft. Die Existenz von mandantenspezifischen Quasi-Renten erklärt das Unabhängigkeitsproblem und dessen Verschärfung durch Beratungsaufträge. Aus der bisherigen internationalen empirischen Forschung lässt sich schließen, dass weniger die tatsächliche als vielmehr die wahrgenommene Unabhängigkeit des Abschlussprüfers beeinträchtigt wird. Dagegen zeigen die bisherigen deutschen Studien mehrheitlich keinen negativen Einfluss auf Unabhängigkeitswahrnehmungen. Die Unabhängigkeitswahrnehmungen von Aktionären wurden allerdings bislang noch nicht untersucht.Bei gleichzeitiger Beratungstätigkeit nehmen Aktionäre eine Beeinträchtigung der Unabhängigkeit wahr. Eine Analyse von 19 verschiedenen Beratungsleistungen zeigt, dass das Ausmaß der wahrgenommenen Unabhängigkeitsbeeinträchtigung mit der Art der Beratungsleistung variiert. Zahlreiche Beratungsleistungen werden als kritisch wahrgenommen, obwohl diese nicht ausdrücklich verboten sind. Dies gilt insbesondere für die Personalberatung. Eine personelle Trennung von Prüfung und Beratung innerhalb der Prüfungsgesellschaft erhöht die wahrgenommene Unabhängigkeit.