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Über Organveränderungen bei chronischer Colchicinvergiftung

Research paper by Klaus Lambers

Indexed on: 01 Jan '51Published on: 01 Jan '51Published in: Virchows Archiv fur pathologische Anatomie und Physiologie und fur klinische Medizin



Abstract

Bei Mäusen wurde durch tägliche intraperitoneale Verabreichung von 12–15 γ Colchicin eine chronische, schließlich tödlich endende Colchicinvergiftung erzeugt. Abgesehen von einer Anhäufung pyknotischer Kerne in den Darmkrypten und einem Schwund des samenbildenden Epithels im Hoden, Veränderungen, die als Ausdruck fortgesetzter Mitoseschädigung zu deuten sind, findet sich etwa vom 20. Tag ab pyknotischer Zerfall in den Lymphocyten der Milz, der durchaus den vonDustin beobachteten Bildern im Thymus nach Einwirkung karyoklastischer Gifte entspricht. In der Leber treten um dieselbe Zeit mit dem Versuchsalter zunehmend acidophile Einschlüsse in den Leberzellkernen auf, die höchstwahrscheinlich den Ausdruck einer Stoffwechselschädigung des Kernes darstellen. Gleichlaufend kommt es zu einer Verformung von Leberzellen, Vergrößerung des Kernvolumens und Auftreten von Kernhaufen. Ob diese Veränderungen im Sinne einer „Zerschnürung“ der Kerne etwa nach Art einer unregelmäßigen Amitose oder Verschmelzung von zunächst entstandenen kleinsten Kernbläschen zu deuten sind, bleibt offen; die letztere Auffassung hat die größere Wahrscheinlichkeit für sich.