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Über optische Größen bei leichter und hoher Myopie auf Grund echographischer Befunde

Research paper by A. Franceschetti, H. Gernet

Indexed on: 01 Jan '65Published on: 01 Jan '65Published in: Albrecht von Graefes Archiv fur klinische und experimentelle Ophthalmologie. Albrecht von Graefe's archive for clinical and experimental ophthalmology



Abstract

Im Anschluß an frühere Arbeiten über die Bestimmung der optischen Großen des Auges auf Grund eines kombinierten optisch-echographischen Verfahrens wird eine einfache Formel zur Berechnung der Gesamtbrechkraft des emmetropen Auges entwickelt. Daraus wind eine Formel für die Berechnung der Gesamtbrechkraft bei Ametropien abgeleitet und an einem Beispiel das Berechnungsverfahren bei hoher Myopie erläutert.Die in Tabellenform zusammengestellten Resultate bezüglich Hornhautkrümmung, Achsenlänge, Gesamtbrechkraft, Linsenbrechkraft und Linsendicke wurden auf Grunt der Untersuchung von 94 myopischen Augen bei 60 Personen im Alter von 5–76 Jahren erhalten, wobei eine Unterteilung in leichte (< 7 dptr) and hohe Myopie (> 7 dptr) und weiterhin in zwei Altersgruppen (< 21 Jahre und > 21 Jahre) vorgenommen wurde.Wie aus der zusammenfassenden Tabelle 4 hervorgeht, ist bei hoher Myopie die Achsenlänge (29,9 ± 2,5 mm bzw. 27,7 ± 2,6 mm bei Jugendlichen) eindeutig größer als bei normalen (23,3 ± 0;7 mm bei Männern, 22,7 ± 0,9 mm bei Frauen). Dies gilt auch für die leichte Myopie (25,7 ± mm bzw. 25,1 ± 1,0 mm).Die Gesamtbrechkraft der Augen variiert in den vier Gruppen der Myopen zwischen 58 and 60,8 αptr, ist also wesentlich geringer als bei emmetropen Erwachsenen (Männer 64,4 ± 2,6 dptr, Frauen 66,3 ±4,3 dptr;Gernet, 1964b).Der Emmetropisationsprozeß macht sich also nicht nur im Bereich der Mittelwerte der Refraktionskurve bemerkbar, sondern betrifft auch die sämtlichen Grade der Myopie im Sinne einer Herabsetzung der durch die Achsenlänge zu erwartenden myopischen Refraktion.Die Ursache dafür ergibt sich aus der geringeren Brechkraft der Linse, insbesondere bei hoher Myopie (14,9-16,0 dptr) gegenüber emmetropen Augen (Männer 21,0 ± 3,0 dptr, Frauen 22;9 ± 2,6 dptr;Gernet, 1964 b).Zum Schluß wird an Hand von zwei Beispielen gezeigt, daß bei hoher Myopie ihr Grad nicht ohne weiteres auf die Refraktion nach Entfernung der Linse schließen läßt, da für letztere die Achsenlänge ausschlaggebend ist, und these bisweilen im umgekehrten Verhältnis zum Grade der Myopie stehen kann.