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Über die biologischen Wirkungen der Salze seltener Erdmetalle, vornehmlich des Lanthans und des Cers, bei intravenöser Zufuhr

Research paper by Eugen Bamann, Franz Fischler, Heinz Trapmann, Karl Hermann Eberhardt

Indexed on: 01 Jul '54Published on: 01 Jul '54Published in: Klinische Wochenschrift



Abstract

1. Für diebiologische Wirkung der Seltenen Erden ergibt sich eine neue Betrachtungsweise, nachdem es als gesichert erscheint, „daß gewisse Wirkungen des Lanthans und des Cers bei Mikroorganismen, in Organen und Körperflüssigkeiten auf die katalytische Fähigkeit zurückzuführen sind, physiologisch wichtige Phosphorsäureverbindungen zu zerlegen bzw. ihrer Bildung hindernd im Wege zu stehen und dadurch physiologische Reaktionsabläufe zu blockieren und anders zu leiten“ (E. Bamann; E. Bamann, F. Fischler undH. Trapmann).Den Seltenen Erden kommt demnach nicht eine direkte „Gift“-Wirkung zu, sie verursachen vielmehr durch ihre Fähigkeit, phosphatatisch-katalytisch zu wirken und als Phosphat-Acceptoren zu fungieren, eineBlockierung oder eineEntgleisung des Stoffwechsels.2. Dietiefgreifendsten Auswirkungen intravenöser Injektionen von Seltenen Erden zeigen sich in derLeber (F. Fischler undK. W. Roeckl). Das wird verständlich, nachdem in dieser Hauptstoffwechseldrüse des Körpers einerseits sich wichtige chemische Umsetzungen vollziehen, an denen Phosphorsäure beteiligt ist, andererseits sich die Seltenen Erden aus dem Blutstrom besonders anreichern.3.Einmalige intravenöse Injektionen verhältnismäßig geringer Dosen von Seltenen Erden gehenohne nachweisbare Veränderungen der anatomischen Leberstruktur vorüber, weil sich die phosphatatisch-katalytische Wirksamkeit der Seltenen Erden wohl schon an den Substraten des Blutes erschöpft hat, bevor die Seltenen Erden in die Leber gelangen.4. Daß dieWirkungen der Seltenen Erden nur nach intravenösen Injektionen auftreten, wird damit erklärt, daß bei subcutaner oder oraler Zufuhr der Seltenen Erden diese durch längere Berührung mit den Körpersäften in unwirksame Verbindungen übergeführt werden.5. DieStörung der Blutgerinnung durch Seltene Erden ist in wesentlichen Punkten geklärt: Die Seltenen Erden führen zu einer Verminderung des Prothrombingehaltes des Blutes und im Falle hoher Konzentrationen daneben auch zu einer Ausfällung des Fibrinogens. Darüber hinaus ist mit einer Einwirkung der Seltenen Erden auf diejenigen Verbindungen der Phosphorsäure zu rechnen, die bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen.DieDeutsche Forschungsgemeinschaft, Bad Godesberg, hat unsere Untersuchungen durch ein Herrn Prof. Dr. med., Dr. phil.F. Fischler gewährtes Sachstipendium gefördert, wofür unser wärmster Dank ausgesprochen sei.