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Über Störungen des Blutgerinnungssystems bei Erkrankungen der Gallenwege und der Leber

Research paper by H. Graeber, H. Dyckerhoff

Indexed on: 01 Nov '42Published on: 01 Nov '42Published in: Research In Experimental Medicine



Abstract

Betrachtet manzusammenfassend die GelbsuchtsfÄlle, bei denen sich eine VerlÄngerung der Prothrombinzeit usw. fand, so erkennen wir, da\ es sich meistens um prognostisch ernste oder gar völlig ungünstige schwerste LeberparenchymschÄdigungen handelte. War dies nicht der Fall, so bestand au\er dem Ikterus noch eine andere Komplikation, wie eine Nephrosklerose, eine Carcinomleber oder eine schwere Sepsis. Ein “gewöhnlicher≓ Ikterus, ganz gleich welcher Art, führt nicht zur Störung des Blutgerinnungsmechanismus. Diese Beobachtung steht im Widerspruch zu den gewöhnlich in der Literatur erhobenen Befunden. Es ist besonders auffÄllig, da\ Prothrombinmangel da, wo man eine K-Avitaminose erwarten sollte, nie festgestellt wurde, immer aber bei den FÄllen, bei denen das Lebergewebe schwer geschÄdigt war. Besonders bemerkenswert ist, da\ weder die StÄrke der Gelbsucht noch der Grad des Gallengangsverschlusses bei der Änderung der Blutgerinnungszeit eine Rolle zu spielen scheint, vorausgesetzt, da\ die Behinderung des Galleabflusses nicht zu lange besteht. Auch die Takata-Reaktion, die doch sonst ein ziemlich sicheres Zeichen für den Grad der LeberschÄdigung ist, steht in keinem Zusammenhang mit der Prothrombinzeit-verlÄngerung. Wir müssen auf Grund unserer Untersuchungen sagen, da\ die Bestimmung des Prothrombinspiegels nachQuick (l. c.) und der Blutgerinnungszeit nachDyckerhoff, Goossens undSchwantke (1. c.) für dieklinische Beurteilung eines Leberschadens von Bedeutung sind. Findet sich eine deutliche pathologische VerÄnderung, so handelt es sich meist um eine schwere SchÄdigung des Leberparenchyms. Die VerÄnderung im Blutgerinnungsmechanismus bei einer Lebererkrankung weist auf eine “Dekompensation≓ des Organs hin.