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Über die Wirkung von Thyroxin bzw. Jod auf die innere Sekretion der Schilddrüse im Aktionsstrombild

Research paper by Bun-ichi Hasama

Indexed on: 01 Jan '36Published on: 01 Jan '36Published in: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology



Abstract

Nach Thyroxin- bzw. Jodkaliuminjektion beobachtet man an der Schilddrüse des Kaninchens eine bestimmte Potentialschwankung, die weder der Veränderung der Menge und Geschwindigkeit des Blutstroms durch die Schilddrüse, noch der Tätigkeit der glatten Muskulatur in der Schilddrüse zuzuschreiben ist, sondern als durch Zellvorgänge im innersekretorischen Gewebsteil entstanden gedacht werden dürfte; das beobachtete Potentialgefälle dürfte man also als Aktionsströme bezeichnen.Bei unipolarer Ableitung von der Schilddrüse und von der sie umgebenden indifferenten Haut zeigt der abgeleitete Aktionsstrom nach Thyroxinzufuhr meist eine Monophasie nach oben, also nach der elektronegativen Seite. Die Elektronegativität nimmt mit einer längeren Latenzperiode allmählich zu bis zum Höchstwert, der eine Weile konstant bleibt, und klingt zum Anfangspotential asymptotisch ab, bisweilen unter das Anfangsniveau leicht absinkend. Das Aktionsstrombild der Schilddrüse nach Jodkaliuminjektion ist in verschiedener Hinsicht wie z. B. im allmählichen Anwachsen des Stromes, der nach Erreichen des Maximalwertes eine Weile in konstanter Höhe bleibt, und im asymptotischen Abklingen desselben, gleich dem nach Thyroxininjektion. Die beiden Mittel befördern also die Hormonausschüttung der Schilddrüse.Die Intensität und die Dauer des Aktionsstromes nach Thyroxininjektion wird nach vorheriger Blockade der sympathischen Endigungen mit einem Sympatholyticum, dem Ergotoxin verringert und verkürzt. Der Aktionsstrom nach Jodkaliuminjektion wird in seiner Intensität und Dauer durch diese Blockade mit Ergotoxin nie beeinflußt. Dies spricht dafür, daß das Thyroxin sowohl unmittelbar auf die innersekretorischen Zellen, als auch auf sympathischem Wege indirekt hormonausschüttend wirkt, das Jodkalium jedoch ohne sympathische Vermittlung nur direkt die Hormonausschüttung der innersekretorischen Zellen fördernd beeinflußt.