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Über die Myelitis segmentaria bei Wirbelcaries

Research paper by L. d'Antona

Indexed on: 01 Jan '27Published on: 01 Jan '27Published in: Journal of Neurology



Abstract

Bei den Rückenmarksveränderungen, welche sich im Laufe der Pottschen Krankheit bilden können, muß man berücksichtigen, daß außer den durch knöcherne oder infolge von Kongestionsabszessen hervorgerufenen Kompressionsveränderungen und außer jenen durch den peripachymeningitischen Prozeß entstandenen, es eine andere Art von Rückenmarksläsion gibt. Eine solche Läsion ist von einer Myelitis segmentaria dargestellt, die die histologischen Gepräge degenerativer Myelitis aufweist; man muß sie für toxisch halten and sie ist mit aller Wahrscheinlichkeit eine Folge der Ausbreitung der im Bereiche der Knochen- oder Pachymeningitisherde auf das Rückenmarksgewebe durch die Wurzeln hervorgegangenen tuberkulösen Toxine. Die Veränderung, außer der direkten Wirkung der Toxine auf das Rückenmarksgewebe, ist größtenteils dem hervorgerufenen starken Ödem zuzuschreiben. Da nun heute viele Chirurgen und Neurologen in Fällen von Pottscher Krankheit, bei der das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen wird, einem aktiven Eingriff geneigt sind, so wäre es von nicht geringem praktischem Interesse, eine solche Veränderung bei Lebzeiten des Kranken feststellen zu können.Weder der von mir beobachtete Fall noch die Fälle, die ich Gelegenheit hatte, bei Durchsicht der Literatur hervorzuheben, welche größtenteils nur in anatomischer Hinsicht studiert worden sind, liefern ein Ergebnis, das eine Differentialdiagnose mit einer durch knöchernen oder pachymeningitischen Druck entstandenen Rückenmarksveränderung, erlauben würde.Vielleicht könnte die Diskordanz zwischen der Höhe der Wirbel- und Rückenmarksveränderung uns in dieser Hinsicht nützlich sein, da die Rückenmarksveränderung sich ja nicht in der Höhe des Rückenmarkssegmentes entsprechend dem verletzten Wirbel, wie es gewöhnlich in Kompressionsfällen vorkommt, findet, sondern höher im Rückenmarkssegment, welches der mit dem verletzten Wirbel in Verbindung stehenden Wurzel entspricht. Immerhin, wenn auch die Myelitis segmentaria im Verlaufe der Pottschen Krankheit uns erhebliche diagnostische Schwierigkeiten bietet, muß man doch ihre Existenz in Betracht ziehen, besonders zu der Zeit, in der über einen aktiven Eingriff zu entscheiden ist.