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Über die Hautwasserabgabe und den Verlauf der Hauttemperaturen verschiedener Körperregionen im Zusammenhang mit der Wärmeregulation

Research paper by Günther Hildebrandt, Paul Schölmerich

Indexed on: 01 Apr '50Published on: 01 Apr '50Published in: Research In Experimental Medicine



Abstract

Im Anstieg der Kerntemperatur erniedrigt sich die Hauttemperatur an den Extremitäten, an der gleichen Stelle kommt es zu einer Verminderung der Hautwasserabgabe.Im Augenblick des rectalen Temperaturmaximums lä\t sich ein rascher Temperaturanstieg an den Extremitäten beobachten, der von einer erheblichen Vermehrung der Hautwasserabgabe begleitet wird.Beide Grö\en — Hauttemperatur und Hautwasserabgabe — liegen weit über der Norm, solange die Rectaltemperatur abfällt.Hauttemperatur und Hautwasserabgabe an der Stirn verlaufen in kurvenmä\iger Darstellung im Gegensatz zum Verhalten an den Extremitäten parallel zur Rectaltemperatur, solange die Kerntemperatur ansteigt. Im Abfall der Kerntemperatur bleiben die Werte für die Hautwasserabgabe über der Norm, während die Hauttemperatur sich vermindert.Hauttemperatur und Hautwasserabgabe der Brustregion verhalten sich uncharakteristisch. Es kommt teils zu Erniedrigungen, teils zu Erhöhungen der Hauttemperatur mit raschen Schwankungen, die wahrscheinlich auf gro\e Unterschiede in der Intensität in der Hautwasserabgabe zurückgehen.Im Temperaturanstieg verhalten sich allein die Extremitäten wärmeeinsparend, umgekehrt ist die Beteiligung der Extremitäten an der Wärmeabgabe besonders intensiv im Stadium des Rückgangs der Körpertemperatur. Diese Beobachtungen zeigen, da\ den Extremitäten nicht nur bei der Regulation der Körpertemperatur unter den Bedingungen wechselnder Au\entemperaturen eine wesentliche Bedeutung zukommt, sondern da\ sie auch an der Regulation im Fieber beteiligt sind.Die Aufgabe dieser regulatorischen Umstellung in der Grö\e der Wärmeabgabe von Seiten der Extremitäten und in der Intensität der Hautwasserabgabe in diesen Bezirken wird in der rascheren Auslösung von Wärmeeinsparung und Wärmeabgabe vor der Umstellung der Wärmeproduktion gesehen, der nach älteren und neueren Untersuchungen mit Recht der Hauptanteil an der Temperaturregulation im Fieber zugewiesen wird.