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Über die biologische Wirkung des Carnitins und Azetylcarnitins

Research paper by E. Strack, K. Försterling

Indexed on: 01 Jun '37Published on: 01 Jun '37Published in: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology



Abstract

Carnitin und Azetylcarnitin sind auf biologische Testobjekte nur schwach wirkende quaternäre Ammoniumbasen. Sie sind in ihrer Wirkung etwa gleich stark. Daher ist Azetylcarnitin auch nicht ein Reizstoff für den Vagus, wie es in ähnlicher Weise vom Azetylcholin bekannt ist. Die folgenden Wirkungsstärken fanden wir:Am Mäusedarm wirken kleine Konzentrationen von ihnen bis 0,05% gar nicht, höhere 0,25–1,0% rufen eine Erschlaffung hervor.Am Froschrektus, der sich auf wirksame Konzentrationen von ihnen nur sehr langsam kontrahiert, sind sie 25 000 bis 50 000 mal schwächer wirksam als Azetylcholin. 100 mg Carnitin wirken nach 45 Minuten wie 3 γ Azetylcholin nach 3 Minuten.Auch der Blutegelmuskel gibt die gleichen Reaktionen und in der gleichen Stärke wie der Froschrektus.Azetylcarnitin ist an diesen beiden Testorganen nur etwa zwei Drittel so wirksam als das Carnitin.Am Froschherzen ist Carnitin und Azetylcarnitin etwa gleich stark wirksam. Beide sind aber fast 50 mal so schwach als das Cholin und 5000 000 mal so schwach als das Azetylcholin. — Durch Atropin sind die Wirkungen der Carnitine nicht auszulöschen.Carnitin ist häufig begleitet von Cholin. Dieses ist schwierig aus ihm zu entfernen und täuscht deswegen, besonders nach der Azetylierung, eine stärkere Wirksamkeit vor.Das Carnitin und das Azetylcarnitin haben auf das Warmblüterherz, in gleichen Konzentrationen wie beim Froschherz gegeben, denselben Einfluß auf die Hubhöhe wie bei diesem. Sie verringern am Warmblüterherz die Schlagzahl mäßig, aber erhöhen die Durchströmung der Koronargefäße auf das Zwei- bis Dreifache, während Azetylcholin sie verminderte.