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über den Charakter der fäkalen Arizona-Dauerausscheidungen bei den Landschildkröten Testudo graeca und Testudo hermanni

Research paper by I. Dimow

Indexed on: 01 Sep '66Published on: 01 Sep '66Published in: Medical Microbiology and Immunology



Abstract

Um den Charakter der fäkalen Arizona-Ausscheidung unter den Landschildkröten der Arten Testudo graeca und Testudo hermanni zu erforschen, wurden spezielle Untersuchungen, insbesondere zur Ermittlung durchgemachter oder gegenwärtiger von Arizonabakterien bewirkter Erkrankungen, bei diesen Tieren vorgenommen.Bakteriologisch wurden Leberproben von 166, Milzproben von 110 und Blutproben von 414 Schildkröten untersucht; 34 dieser Tiere hatten sich als fäkale Ausscheider von Arizonabakterien erwiesen. Die Innenorgane von 252 dieser Tiere wurden auf morphologische Veränderungen hin und auf Agglutinine gegen Arizonabakterien die Seren von 414 Schildkröten erforscht, von denen 34 Ausscheider dieser Bakterien waren. 17 Monate lang wurde die fäkale Arizona-Ausscheidung bei elf Schildkröten beobachtet, die unter verschiedenen Lebensbedingungen, ohne und mit Futter, zusammen mit 52 weiteren Schildkröten gehalten wurden. Zur experimentellen Erzeugung von Erkrankungen wurden 14 Schildkröten per os und intrakardial mit großen Dosen virulenter Arizonakulturen geimpft.Die von den bakteriologischen Untersuchungen der Innenorgane und des Blutes erhaltenen negativen Resultate, das Ausbleiben von Veränderungen in den Organen und von Agglutininen in den Seren sprechen dafür, daß die im Darm der Schildkröten befindlichen Bakterien nicht in die Innenorgane eindringen. Das ständige Auffinden dieser Bakterien im Kot der beobachteten Tiere und ihr Nichtauffinden in den Innenorganen, das Fehlen von Agglutininen in den Seren und von Veränderungen in den Organen bei beibehaltenem gutem Allgemeinzustand zeigen, daß die fäkale Arizona-Ausscheidung bei diesen Tieren dauerhaften Charakters ist und diese Bakterien für ihren Wirt ungefährlich sind. Die orale Experimentalinfizierung führt zu dauernder fäkaler Ausscheidung des eingeführten Agens, ohne daß dies von einer Invasion in die Innenorgane und von der Bildung spezifischer Agglutinine begleitet ist. Die Gesamtheit der bei diesen Versuchen erhaltenen Angaben berechtigt zu der Annahme, daß die fäkale Arizona-Ausscheidung bei diesen Landschildkröten nicht die Folge durchgemachter oder gegenwärtiger, von den Arizonabakterien verursachter Erkrankungen ist und daß dieselben nicht pathogen für die genannten Reptilienarten sind, in deren Darm sie wahrscheinlich gute Bedingungen zur Entwicklung und zum Weiterbestehen finden und in dem sie als Saprophyten leben.