Quantcast

Über das Verhalten des Magen-Darmkanals, Insbesondere Über Darmstörungen bei Bleivergiftung

Research paper by Hans Otto, Fritz Kuhlmann

Indexed on: 01 Aug '39Published on: 01 Aug '39Published in: Klinische Wochenschrift



Abstract

Nach Besprechung der verschiedenen Aufnahmemöglichkeiten für Blei in den menschlichen Körper werden die einzelnen Schädlichkeiten des Bleies am ganzen Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum Dickdarm besprochen. Insbesondere wird auf die Frage nach dem Sitz der Bleikoliken eingegangen und diese dahin beantwortet, daß die allgemeine Ansicht von dem alleinigen Sitz der Koliken im Dickdarm abgelehnt wird zugunsten der Ansicht, daß auch die Dünndärme Sitz der Kolik bei der Bleiintoxikation sind. Hierfür sprechen sowohl die für Dünndarmsitz typischen Beschwerden als auch die klinischen Befunde, noch eindeutiger aber die Röntgenbefunde, die während der Kolik am Dünndarm beachtet wurden. Am Dickdarm ließen sich gleichzeitig keinerlei Veränderungen erkennen. Bei der von anderer Seite beobachteten stärkeren Haustrierung des Dickdarmes handelt es sich lediglich um den sog. „belebten Typ“, der auch bei normalen gesunden Personen häufig beobachtet wird. Die Veränderungen am Dünndarm sind spastisch-atonischer Natur und können in schweren Fällen zum Heus führen, der mit allen anderen ileusartigen Zuständen verwechselt werden kann. Zu Röntgenbildern ähnlicher Krankheitszustände wird differentialdiagnostisch Stellung genommen. Ein Vergleich zu den gleichen Dünndarmbildern bei der akuten Porphyrie wird gezogen. Bei leichteren Bleierkrankungen ohne Koliken können auch mit der Röntgenuntersuchung Veränderungen am Dünndarm festgestellt werden, die als direkt typisch bezeichnet werden können. Dann wird im einzelnen noch auf die Ursache der Dünndarmveränderungen eingegangen und die Abhandlung mit Angaben über eine wirksame Behandlung der Darmstörungen bei akuter und chronischer Bleierkrankung beschlossen.