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Trommelschlegelfinger und-zehen bei angeborenen Herz- und Gefäßfehlern mit Blausucht

Research paper by J. Schoenmackers

Indexed on: 01 Oct '56Published on: 01 Oct '56Published in: Archiv fur Kreislaufforschung



Abstract

Der Arbeit liegt die Untersuchung von Zehen angeborener Herz- und Gefäßfehler mit Blausucht (26), erworbener Herzfehler (5) und von Vergleichsfällen (22) zu Grunde.Das subunguale Polster zeigt eine umfangreiche, chronisch-progrediente Elasto- und Kollagenolyse und beträchtliche Volumenvergrößerung. Das histologische Bild entspricht mit Ausnahme milieubedingter Abweichungen der bei den gleichen Fällen regelmäßigen serösen Endokarditis.Außer Verquellungen des subungualen Polsters findet sich in einzelnen Fällen auch noch eine beträchtliche Erweiterung der venösen Sinus derHoyer-Grosserschen Organe. Für die Volumenzunahme derHoyer-Grosserschen Organe spielen die erweiterten Sinus eine größere Rolle als die Vergrößerung des Organs selbst. Bei der Volumenzunahme des subungualen Polsters steht die Volumenvergrößerung derHoyer-Grosserschen Organe an dritter Stelle.Zwischen subungualem Polster und deckendem Nagel besteht eine enge Korrelation. Der Volumenzunahme des subungualen Polsters folgt eine Vergrößerung des Nagels mit Vergröberung der Riefen. In die Formangleichung des wachsenden Fingers oder der wachsenden Zehe wird unter der veränderten Bedingung einer Vergrößerung des subungualen Polsters das ganze Endglied einbezogen und kolbig- bis walzenförmig. So entsteht aus Formanlage und Vergrößerung des subungualen Polsters die Trommelschlegelform.Das Fehlen der Trommelschlegelfinger und- zehen bei Blausucht schließt eine seröse Entzündung des subungualen Polsters nicht aus. Man kann sie vielmehr auf Grund der bei allen Fällen von Blausucht gefundenen Verquellung des subungualen Polsters auch für Fälle ohne typische Fingeform annehmen. Wenn Fälle mit Blausucht keine Trommelschlegelfinger haben, ist zu untersuchen, ob nicht auf Grund der Fingerform, z. B. schr lange und breite Endglieder, die Formwandlung ausgeblieben ist. Die große Variationsbreite der knöchernen Endphalangen gestattet es nicht, typische röntgenologische Veränderungen abzugrenzen, obwohl Eindellungen der Phalange durch vergrößerte subunguale Polster möglich sind.Analysiert man die in der Literatur angegebenen Grundleiden, die zu Trommelschlegelfingern und-zehen führen oder führen sollen, auf ihre Wirkungsfaktoren, dann findet man nur zwei Gruppen — Änderung der O2 und CO2-Konzentration oder toxische bzw. toxischbakterielle Einflüsse.