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Trialog und Psychosenpsychotherapie

Research paper by Thomas Bock, Gyöngyver Sielaff, Friederike Ruppelt, Simone Nordmeyer, Kristin Klapheck

Indexed on: 23 Nov '12Published on: 23 Nov '12Published in: Psychotherapeut



Abstract

Trialog meint hier die gleichberechtigte Begegnung von Psychoseerfahrenen, Angehörigen und Therapeuten im Sinne von wechselseitigem Lernen und gegenseitigem Respekt. Diese Idee hat ihren Ursprung in Deutschland in den sog. Psychoseseminaren, hat aber inzwischen auch Bedeutung für andere Krankheitserfahrungen und für andere Ebenen der Begegnung – für psychiatrische Praxis, Antistigmaarbeit, Beschwerdestellen, für Psychiatrieplanung und Qualitätssicherung sowie für Lehre, Tagungen, Fortbildungen und auch für die Forschung. In diesem Beitrag wird der Trialog anhand der Ziele, Erfahrungen und Ergebnisse der Psychoseseminare dargestellt und mit denen der Psychoedukation verglichen. Anschließend wird die Idee des Trialogs mit der Entwicklung der Psychosenpsychotherapie in Beziehung gesetzt: Haben die Erfahrungen des Trialogs auch Relevanz für Psychotherapie? Können nicht nur formale, sondern auch inhaltliche Impulse abgeleitet werden? Kann der Trialog insgesamt die Psychosenpsychotherapie stärken und stützen? In diesem Zusammenhang werden die empirischen Ergebnisse des trialogischen SuSi-Forschungsprojekts zu subjektivem Sinn und Bedeutung von Psychosen dargestellt – ein überraschend eindeutiges Plädoyer für Sinnorientierung und für eine biografiebezogene Psychosenpsychotherapie.