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Therapieresistente Refluxkrankheit

Research paper by J. Labenz, H. Feußner

Indexed on: 12 Aug '09Published on: 12 Aug '09Published in: Der Gastroenterologe



Abstract

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist häufig. Die Standardbehandlung erfolgt mit Allgemeinmaßnahmen und einem Protonenpumpeninhibitor (PPI). Von einer therapierefraktären GERD spricht man dann, wenn Symptome unter einer Standarddosis eines PPI nicht innerhalb von 8 Wochen zufriedenstellend kontrolliert sind. Die Heilung einer schweren Refluxösophagitis kann durchaus einen längeren Behandlungszeitraum erforderlich machen. Bei therapierefraktärer GERD ist ein stratifiziertes Vorgehen erforderlich, um diagnostische Irrungen und therapeutische Wirrungen zu vermeiden. Wichtige Ursachen sind eine falsche Diagnose, eine inadäquate Säuresuppression und eine pathophysiologische Grundlage, bei der die Säure eine untergeordnete Rolle spielt. Nach Ausschluss einer anderweitigen ösophagealen oder extraösophagealen Ursache sollte zunächst die säurehemmende Therapie optimiert werden. Bei anhaltender Problematik ist dann eine funktionelle Diagnostik angezeigt, am besten mit einer kombinierten pH-Metrie und Impedanzmessung. In Abhängigkeit vom Ergebnis kommen als therapeutische Optionen im Wesentlichen eine Intensivierung und Optimierung der antisekretorischen Therapie, eine Beeinflussung der transienten Relaxationen des unteren Ösophagussphinkters, eine Modulation der ösophagealen Sensitivität und eine operative Rekonstruktion der gastroösophagealen Antirefluxbarriere in Betracht.