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Therapie von Condylomata acuminata

Research paper by Sylvia Proske, Bernhard Lenhard, Wolfgang Hartschuh

Indexed on: 01 Aug '04Published on: 01 Aug '04Published in: coloproctology



Abstract

Condylomata acuminata sind die klinische Manifestation einer Infektion mit humanen Papillomaviren und bereiten im Genitoanalbereich oftmals große therapeutische Schwierigkeiten. Obwohl ein breites Spektrum an konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, ist die „Rezidivfreudigkeit“ dieser Erkrankung ein ungelöstes Problem. Da im Fall eines Neuauftretens von Kondylomen nicht zwischen einem Rezidiv und einer Reinfektion unterschieden werden kann, ist die Evaluation von Therapieverfahren immer mit Unsicherheiten behaftet.Die Autoren evaluierten die in ihrer Klinik besonders häufig durchgeführte wasserunterstützte elektrokaustische Abtragung als eine therapeutische Alternative mittels eines retrospektiven Fragebogens an 100 im Zeitraum von 1997 bis 1999 mit dieser Methode behandelten Patienten. Bei dieser operativen Maßnahme werden die Kondylome unter konstanter Zufuhr von H2O mit einer elektrokaustischen Schlinge oder Kugel oberflächlich abgetragen. Im Fragebogen wurden erfasst: Art und Anzahl der Vorbehandlungen (zumeist auswärts durchgeführt), Grad der postoperativen Schmerzen, Zufriedenheit der Patienten, Nachsorgezeitraum, Anzahl der Rezidive und Art der Nachbehandlung.Mit Ausnahme von acht Patienten hatten alle Patienten (n = 100; durchschnittliches Alter 36 Jahre) zuvor frustrane Therapieversuche mit diversen Externa, Kryotherapie oder auswärtige Voroperationen (bis zu sieben Mal) hinter sich, so dass davon auszugehen ist, dass es sich bei dem vorliegenden Kollektiv um tendenziell ausgedehnte, therapieresistente Fälle handelte. Postoperative Schmerzen wurden als „niedrig“ eingestuft. Es zeigten sich keine Wundheilungsstörungen, keine Kontinenzprobleme und keine Stenosen. Während einer durchschnittlichen postoperativen Nachbeobachtungszeit von 15 Monaten wurde eine Rezidivrate von 38% ermittelt. Rezidive traten zumeist in den ersten 2 Wochen nach Operation auf. Sie wurden überwiegend mit topischen Therapeutika, insbesondere Imiquimod, nachbehandelt; die klinische Kontrolle wurde in kurzen Intervallen fortgesetzt. Nach 1 Jahr waren > 85% der Patienten rezidivfrei.Bei ausgedehnten Befunden von Condylomata acuminata ist die wasserunterstützte elektrokaustische Operation bei korrekter oberflächlicher Durchführung eine relativ nebenwirkungsarme und effiziente therapeutische Maßnahme. Das Risiko einer Narben- oder Strikturbildung sowie Inkontinenz ist nach Erfahrung der Autoren zu vernachlässigen. Das Ziel einer dauerhaften Elimination der Kondylome wird allerdings nicht in allen Fällen mit einer einmaligen Operation erreicht. Es bedarf daher einer engmaschigen konsequenten Nachsorge mit ggf. sofortiger therapeutischer Intervention.