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Therapie des posttraumatischen Ellengelenkempyems

Research paper by Hergo G. K. Schmidt, Ulf-Joachim Gerlach, Dirk Hadler, Michael Wurm

Indexed on: 01 Feb '03Published on: 01 Feb '03Published in: Trauma und Berufskrankheit



Abstract

Ellengelenkempyeme nach Trauma und/oder operativer Behandlung gefährden nicht nur die ausgeführte Therapie, sondern auch speziell die Gelenkfunktion. Deshalb muss die Gelenkinfektion rasch erkannt und notfallmäßig konsequent behandelt werden. Für die Diagnose sind meist der klinische Verlauf, Entzündungslabor, Sonographie und Gelenkpunktat ausreichend. Nur bei primär chronischer Infektion sind Szintigraphie, MRT und/oder CT erforderlich. Für die einzuschlagende Therapie hat sich eine Klassifikation bewährt, die die vorausgegangene Behandlung, die Ausdehnung der Infektion und gleichzeitig den Schädigungsgrad des Gelenks berücksichtigt. Die Therapie erfolgt stadienadaptiert, wobei die Schädigungsgrade I (Synovialishyperämie), II (Synovialishypertrophie) und evtl. III (Synovialisschwamm) mehrfach arthroskopisch, Stadium IV (Synovialis"malignität") besser offen behandelt werden sollten. Wurde zuvor gelenknah oder im Gelenk eine Osteosynthese durchgeführt, bietet sich auch bei leichten Gelenkschädigungen die offene Gelenkrevision an, die auch bei gleichzeitiger ausgedehnter Weichteil- oder Knocheninfektion zu bevorzugen ist. Korrekt stabil gelenknah oder im Gelenk liegende Osteosynthesen können zu retten versucht werden. Eine Reinfektion muss durch lokale und systemische Antibiose verhindert werden. Es sollte immer ein Funktionserhalt angestrebt werden.