Quantcast

Therapie des malignen Melanoms

Research paper by D. Schadendorf, E. Livingstone, B. Schilling, A. Roesch, L. Zimmer

Indexed on: 06 Sep '15Published on: 06 Sep '15Published in: Der Onkologe



Abstract

Das Melanom ist ein maligner Tumor mit weiter zunehmender Inzidenz, bei dem die Exposition zu ultravioletten Strahlen als wesentlicher Risikofaktor anerkannt ist. Die Prognose von Patienten mit metastasiertem Melanom war über lange Zeit infaust. Die Identifikation definierter genetischer Alterationen – bei den kutanen Melanomen in der Mehrzahl Genmutationen von Kinasen, die im Signalweg der MAPK („mitogen-activated protein kinase“) eine Rolle spielen [BRAF-Mutation (BRAF kodiert die Serin-Threonin-Kinase B-Raf) etwa 40 %, NRAS-Mutation etwa 15 % (NRAS: „neuroblastoma RAS viral [v-ras] oncogene homolog“)] – zeigte sowohl onkogene als auch therapeutische Relevanz. Darüber hinaus erwies sich die Interferenz mit der immunologischen Checkpointkontrolle als therapeutisch wirksam, wie die erfolgreiche Entwicklung der Anti-PD1-Antikörper [(PD: „programmed death“), u. a. Nivolumab, Pembrolizumab] zeigt. Während die adjuvante Therapiesituation nach wie vor unbefriedigend ist und Interferon-α in Deutschland als einzige zugelassene Substanz zur Verfügung steht, wurden für die palliative Situation aufgrund der signifikanten Überlebenszeitverlängerungen zwischenzeitlich sowohl die oralen, zielgerichteten BRAF-Inhibitoren Vemurafenib und Dabrafenib als auch die checkpointinhibierenden Antikörper Ipilimumab, Nivolumab und Pembrolizumab zugelassen. Die Kombinationstherapie von BRAF- plus MEK-Inhibitor [MEK, synonym MAPKK: Kinase der MAP-Kinase (MAP: „mitogen-activated protein“)] ist dabei der Monotherapie deutlich überlegen, eine entsprechende Zulassung wird in Kürze erwartet. Auch die Kombination von Anti-CTLA4- (CTLA4: zytotoxisches T-Lymphozyten-Antigen 4) und Anti-PD1-Antikörpern erwies sich als klinisch aktiver, geht jedoch mit einer gegenüber der Monotherapie deutlich höheren Toxizität einher. In Zukunft muss insbesondere die Frage der optimalen Sequenz der bisher zur Verfügung stehenden Therapeutika geklärt werden.