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The factor content of Austria's foreign trade 1976

Research paper by Wilhelm Kohler

Indexed on: 01 Mar '87Published on: 01 Mar '87Published in: Empirica



Abstract

Neuere Entwicklungen in der Theorie des internationalen Handels haben gezeigt, daß die herkömmlichen, auf Leontiefs berühmte Untersuchung zurückgehenden Versuche, die Heckscher-Ohlin-Theorie empirisch zu testen, entscheidende Schwächen aufweisen.In der vorliegenden Arbeit werden diese neueren Entwicklungen kurz dargestellt, und es wird gezeigt, wie aus einer auf Vanek zurückgehenden verallgemeinerten Version der Heckscher-Ohlin-Theorie alternative Hypothesen über den Zusammenhang zwischen dem Faktorgehalt des Außenhandels und der Faktorausstattung eines Landes abgeleitet werden können, welche von der traditionell untersuchten Hypothese abweichen.Es wird dann der österreichische Warenhandel 1976 mit Hilfe der provisorischen Input-Output-Tabelle 1976 im Hinblick auf seinen Faktorgehalt untersucht. Die empirischen Ergebnisse werden einerseits kurz mit früher erzielten Ergebnissen auf der Basis der Input-Output-Tabelle 1964 verglichen und andererseits unter Zuhilfenahme verfügbarer empirischer Evidenz betreffend die österreichische Faktorausstattung im Sinne eines Tests der Heckscher-Ohlin-Theorie interpretiert.Die gewählte empirische Spezifikation des zugrundeliegenden Modells umfaßt 3 Produktionsfaktoren: Sachkapital, Humankapital und einfache Arbeit. Sachkapitalinputs werden mittels der sektoralen Kapitalstockschätzungen von Hahn und Schmoranz zu approximieren versucht, während Humankapital und einfache Arbeit nach einer auf Roskamp — McMeekin zurückgehenden Methode durch imputierte Einkommen geschätzt werden.Die vorliegende Untersuchung ist ein anschauliches Beispiel dafür, daß das Ergebnis einer als Test angelegten Faktorgehaltsanalyse des Außenhandels sehr von der gewählten Hypothese abhängt. Die traditionelle Vorgangsweise nach Leontief erbringt zwar ein ziemlich unklares Bild, man kann jedoch das Vorliegen eines “Paradoxons” auch nicht sicher ausschließen. Andererseits scheint ein auf das Heckscher-Ohlin-Vanek-Modell zurückgehender Rangordnungsvergleich zwischen den proportionalen indirekten Netto-Faktorexporten und der Faktorausstattung die Theorie eher zu unterstützen. Aus demselben Modell läßt sich jedoch auch eine Hypothese betreffend den absoluten Netto-Faktorexport ableiten, und diese Hypothese wird im vorliegenden Fall für den Faktor Sachkapital klar widerlegt.Versucht man trotz dieser Widersprüchlichkeiten zu einer kurzen Schlußfolgerung zu kommen, so wird man wohl sagen müssen, daß die hier vorgelegten Ergebnisse die Heckscher-Ohlin-Theorie insgesamt kaum unterstützen. Die Theorie auf dieser Basis zu verwerfen wäre allerdings angesichts einiger ausdrücklich angesprochener methodischer Probleme der vorliegenden Arbeit nicht angebracht.