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Synkope in der präklinischen Notfallmedizin

Research paper by E. Sorges, J. Carlsson, D. Härtel, U. Tebbe

Indexed on: 01 Dec '02Published on: 01 Dec '02Published in: Notfall + Rettungsmedizin



Abstract

Synkopen werden in ihrer Häufigkeit und klinischen Relevanz für den Patienten von vielen Ärzten unterschätzt.Mit 6% der Krankenhauseinweisung kommen sie in der Bevölkerung relativ häufig vor,wobei 3% der Patienten notfallmäßig zur stationären Aufnahme kommen.Bereitet die primäre Notfalltherapie dem Notarzt meist keine Probleme, so stellt sich die spätere Abklärung der Synkope trotz aufwändiger Untersuchungsmethoden immer noch als recht problematisch dar, bleiben doch ca.35–40% der Synkopen ursächlich ungeklärt.Am häufigsten nachzuweisen sind autonomnerval vermittelte und orthostatische Synkopen, die in aller Regel eine gute Langzeitprognose aufweisen. Anders sieht dies bei der kardial bedingten Synkope aus.Bei bekannt hoher 1-Jahres-Mortalität von 18–33% und einer relativ hohen Rezidivrate des Gesamtkollektives der Synkopen von ca.35% in 3 Jahren, ist die Differenzierung einer kardialen von einer nichtkardialen Synkope für den einzelnen Patienten lebenswichtig. Der Vergleich aller möglichen diagnostischen Maßnahmen zur Abklärung einer kardialen Synkope zeigt, dass dem Notarzt bzw. erstbehandelnden Arzt eine entscheidende Bedeutung in der Differenzierung von Synkopen zukommt.Insbesondere der genauen Eigen- und Fremdanamnese, dem körperlichen Untersuchungsbefund inkl. der erstdokumentierten Vitalparameter sowie einer EKG-Registrierung kommt eine hohe diagnostische Aussagekraft zu.Abzugrenzen sind Synkopen von “nichtsynkopalen” Attacken (psychogene Synkopen, Hypoglykämie, Intoxikation, Epilepsie etc.). Diese Differenzierung erfolgt z.T. schon am Notfallort oder später in der Notaufnahme.Eine spezifische medikamentöse Behandlung der Synkope ist in aller Regel nicht nötig, allenfalls erfolgt eine rein symptomatische Therapie (z.B. Volumenmangelausgleich).