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Sukzession von Arthropoden in verbrannten Kiefernforsten

Research paper by M. Schaefer

Indexed on: 01 Dec '80Published on: 01 Dec '80Published in: Forstwissenschaftliches Centralblatt



Abstract

Im August 1975 brannten ungefähr 5000 ha eines etwa 20jährigen Kiefernforstes auf Sandboden in der Lüneburger Heide nördlich von Celle nieder. Im April 1976 wurde eine Versuchsfläche von etwa 5 ha im Zentrum der Brandfläche eingerichtet und die Rekolonisation des Brandgebietes durch Arthropoden mit verschiedenen Methoden (Boden- und Baumphotoeklektoren, Bodenfallen) untersucht. Als Vergleichsfläche diente ein 20jähriger, vom Brand verschonter Kiefernforst. Seit April 1978 kam eine neu angelegte Anpflanzung von Jungkiefern im Brandgebiet als Vergleichsfläche hinzu. Von 1976 bis 1978 wurden in allen drei Versuchsflächen (Kiefernforst, Brandfläche, Kiefernjungkultur) 144 Spinnenarten, 6 Weberknechtsarten und 2 Arten der Pseudoskorpione gefunden. Nur etwa 1% der Spinnen-und Weberknechtsfauna hatte das Feuer überlebt. Die Brandfläche—wie auch die Kiefernjungkultur —wurde jedoch rasch rekolonisiert. Im zweiten Jahr nach dem Brand waren Artenzahl, Populationsdichte und Diversitätsindex im Brandgebiet nicht sehr verschieden von den entsprechenden Werten im unverbrannten Kiefernforst. Abgesehen von Pionierarten («Opportunisten») dominierten im Brandgebiet Arten, die für offene Lebensräume typisch sind. So erreichten z. B. Wolfspinnen (Lycosidae) hohe Populationsdichten. Folglich bildeten die Spinnen und Weberknechte der Brandfläche und der Kiefernjungkultur typische Gemeinschaften, die sich deutlich von denen des ursprünglichen Kiefernforstes unterschieden.