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Stoffwechselregulationen

Research paper by Ernst Wertheimer

Indexed on: 01 Dec '27Published on: 01 Dec '27Published in: Pflügers Archiv - European Journal of Physiology



Abstract

Es haben sich für den Hungerstoffwechsel weitere nervöse Regulationsformen nachweisen lassen: Die Mobilisierung der Glykogendepots in den Muskeln für den hungernden Organismus des Warmblüters (Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen) untersteht dem Einfluß des Nervensystems:Durchschneidung des Nervus ischiadicus hat zur Folge, daß auch bei stärkstem Bedarf, wenn Leber und die übrigen Muskeln ihr Glykogen schon weitgehend abgegeben haben, der Glykogenvorrat des entnervten Muskels nicht für den Gesamtorganismus herangezogen werden kann (Hunger- und Hungerphloridzinversuche). Auch wenn durch mehrere starke Adrenalingaben die Kohlenhydratverarmung sehr weit getrieben ist, findet man im entnervten Muskel noch normale Glykogenvorräte, die dort festgehalten wurden, wodurch gleichzeitig gezeigt ist, daß das Adrenalin nicht direkt am Muskel angreifen kann, sondern nur auf dem Umweg über das Nervensystem.Die Unterschiede im Glykogenwert des entnervten Muskels im Vergleich zum innervierten Kontrollmuskel, die normalerweise ohne Hunger schon bestehen, fallen gegenüber den gewaltigen Unterschieden im Hungerversuch nicht ins Gewicht.Auch nach Sehnendurchschneidung kann genau wie nach der Nervdurchtrennung das Glykogendepot des betreffenden Muskels nicht verwertet werden.Es wird auf den Gegensatz des Glykogendepots im Muskel und jenes in der Leber aufmerksam gemacht. Letzteres kann viel leichter mobilisiert werden und wird es auch dann, wenn die Leber entnervt ist. Adrenalin kann direkt an der Leber angreifen, dagegen nicht am Muskel.Durchschneidung der perivasculären Nerven, die mit der Arteria femoralis nach der unteren Extremität ziehen, hat keinen Einfluß auf die Muskelglykogendepots bei stärkster Inanspruchnahme durch Wärmeregulation gegen Abkühlung.Bei der Weiteruntersuchung über die nervösen Regulationsbahnen, die zu den peripheren Fettdepots ziehen, hat sich gezeigt, daß diese mit den großen Nervenstämmen zusammen peripherwärts verlaufen:Durchschneidung des Nervus ischiadicus beim Hund hat zur Folge, daß auch bei stärkstem Hunger das Fettdepot in der Kniekehle an der entnervten Seite im Vergleich zu jenem an der Kontrollseite erhalten bleibt.Der Nervus vagus spielt in der Fettbahn keine Rolle.