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Stillberatung, Stillhäufigkeit und Stilldauer in einem Wiener Perinatalzentrum

Research paper by Peter A. Dremsek, Hubert Göpfrich, Herbert Kurz, Wolfgang Bock, Karl Benes, Karl Philipp, Michael Sacher

Indexed on: 01 Jun '03Published on: 01 Jun '03Published in: Wiener Medizinische Wochenschrift



Abstract

Evaluierung von Einflüssen auf Stillfrequenz und Stilldauer.Retrospektive Befragung von 1518 Eltern von Kindern, welche über einen Zeitraum von 10 Monaten an der geburtshilflichen Abteilung des Donauspitals im SMZ-Ost geboren wurden. Die Fragen umfaßten Angaben zur Dauer des Stillens, über den Zeitpunkt des Beginns der Beifütterung von Milchfertignahrung, zur erhaltenen Erklärung bzw. zur Hilfestellung beim Stillen, sowie über den Zeitpunkt der Stillaufklärung. Das mütterliche Alter, die Parität, der Geburtsmodus und das Geburtsgewicht wurden aus den Krankengeschichten entnommen.95% der Mütter begannen zu stillen. 56% der Mütter stillten ihre Kinder länger als fünf Monate. „Keine Hilfestellung“ beim Stillen erhalten zu haben, erhöht den Anteil nicht stillender Mütter am stärksten (p < 0,001). „Geringe Hilfe“ führt zu einem höheren Anteil von Stillbeendigungen während der ersten drei Monate und zu einem kleineren Anteil von Langstillerinnen (p < 0,01). „Stillerklärungen“ zeigen wenig Einfluß auf die Dauer des Stillens, aber die „fehlende“ Erklärung führt ebenfalls zu einem höheren Anteil von nicht stillenden Müttern (p < 0,025). Mehrmalige Erklärungen führen zu längerer Stilldauer (p<0,01). Der Anteil nicht stillender Mütter ist unter den Dritt- und Mehrgebärenden deutlich höher als unter Erstgebärenden (p < 0,025) und auch die Dauer des Stillens ist bei Dritt- und Mehrgebärenden kürzer (p<0,05). Mütter unter 20 Jahren beenden das Stillen im ersten Monat häufiger (p < 0,001). Ein niedriges Geburtsgewicht (< 2000 g) erhöht den Anteil nicht stillender Mütter ebenso wie eine Entbindung per Sectio (p < 0,001).Wiederholte Erklärungen und persönliche Hilfestellung vergrößern den Anteil der stillenden Mütter sowie die Stilldauer. Besondere Zuwendung erfordern Mütter unter 20 Jahren, Drittoder Mehrgebärende sowie Mütter nach Sectio.