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Standardbicarbonat, pH und CO2-Druck im „arterialisierten“ Blut gesunder Säuglinge nach der Neugeborenenperiode bis zum Ende des ersten Lebensjahres

Research paper by Olaf Bartels, Johannes Wenner

Indexed on: 01 Apr '65Published on: 01 Apr '65Published in: Klinische Wochenschrift



Abstract

Die vonSiggaard Andersen, Engel, Jørgensen undAstrup entwickelte Mikro-Bestimmung des pH, CO2-Drucks und Standardbicarbonats im sog. arterialisierten Capillarblut erlaubt eine Kontrolle der häufigen Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts auch im frühen Kindesalter.Mit dieser Methode ermittelte Vergleichswerte gesunder Säuglinge wurden nur für die ersten 3 Lebensmonate, nicht für das ganze erste Lebensjahr gefunden. Es wurden deshalb 71 gesunde, mit üblicher Kost ernährte Säuglinge im Alter von 10–360 Tagen bei körperlicher Ruhe und gleichmäßiger Atmung jeweils etwa 2 Std nach einer Mahlzeit untersucht. Die Blutentnahme aus einem Einstich in die Fingerbeere erfolgte nach „Arterialisierung“ des Blutes durch 10 min langes Anwärmen einer Hand in einem Handschuh, der durch ein kleines Heizkissen auf 40 bis 45° C erwärmt wurde.Nach den Vorschriften vonSiggaard Andersen et al. wurden in diesem „arterialisierten Capillarblut“ pH, CO2-Druck und Standardbicarbonat bei einer Bluttemperatur von 38° C ermittelt. Um einen Vergleich mit den Ergebnissen anderer Untersuchungsmethoden zu ermöglichen, wurde das pH und der CO2-Druck auch für eine Temperatur von 37° C umgerechnet.Der Mittelwert des arteriellen pH aller 71 Säuglinge entspricht dem für Erwachsene angegebenen Normalwert. Während der ersten 3 Monate ist das pH jedoch signifikant um 0,02 Einheiten niedriger als während des 4.–12. Lebensmonats. Das Standardbicarbonat liegt bei den Säuglingen im Mittel um 1 mäq/l niedriger.Im Gegensatz zu pH und Standardbicarbonat zeigte der CO2-Druck des „arterialisierten Capillarblutes“ während des ganzen ersten Lebensjahres eine deutlichere Abweichung von Normalwerten des Erwachsenen. Im Mittel wurde ein relativ niedriger Wert von 33,8 mm Hg (37° C) gefunden. Das heißt, der Säugling „hyperventiliert“ im Verhältnis zum Erwachsenen, wodurch ein „normales“ pH erreicht wird.Selbst unter den „normalen“ Bedingungen des Säure-Basen-Gleichgewichts fand sich bei den gesunden Säuglingen eine relativ enge Korrelation zwischen Höhe des CO2-Drucks und Größe des Standardbikarbonats.