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Selbstmordprophylaxe bei Häftlingen

Research paper by H. Hoff

Indexed on: 01 Jan '65Published on: 01 Jan '65Published in: Zeitschrift fur Praventivmedizin. Revue de medecine preventive



Abstract

Der Selbstmord kommt bei Häftlingen im Durchschnitt ofter vor als in der Normalbevölkerung. Besonders gefährdet erscheint der Untersuchungshäftling; die Gefahr nimmt beim langjährigen Strafgefangenen eher etwas ab, dafür findet sich in dieser Zeit em gewisses Ansteigen der Selbstmordversuche. Abgesehen von allen statistischen Feststellungen muß bei Häftlingen prinzipiell immer mit Selbstmordgefahr gerechnet werden, veil hier Außenund Innenfaktoren zusammenwirkend die Bedingungen des präsuizidalen Syndroms herbeifübren. Vom prophylaktischen Standpunkt müssen die Charakteristika der Auseinandersetzung zwischen Persönlichkeit und Tatsache der Inhaftierung Allgemeingut aller Personen werden, die mit Häftlingen zu tun haben. In der Untersuchunghaft gibt es zwei Gefahrengipfel, nämlich, und vor allem, unmittelbar nach der Verhaftung, dann aber auch nach der Urteilsverkundigung. Beim langjährigen Häftling ist die Art der Persönlichkeitswandlung in der Haft entscheidend. Selbstmordgefahr besteht vor allem bei der aktivnegativen und der passiven Gruppe. Die Maßnahmen zur psycho-hygienischen Betreuung von Häftlingen (diagnostische Qualifikation, kathartische Aussprachen, Gruppentherapie) mussen unbedingt verbessert werden.