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,Retrogades autologes Priming’ verhindert den Anstieg des extravasalen Lungenwassers während der extrakorporalen Zirkulation und verbessert den postoperativen Verlauf bei Patienten nach koronarer Bypassoperation

Research paper by Gregory P. Eising, M. Pfauder, M. Niemeyer, P. Tassani, F. Zaccaria, H. Schad, R. Bauernschmitt, R. Lange

Indexed on: 01 Apr '02Published on: 01 Apr '02Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

In einer prospektiven, randomisierten Studie sollte der Effekt eines reduzierten Füllvolumens (Priming) für die extrakorporale Zirkulation (EKZ) durch retrogrades autologes Priming (RAP) auf das Ausmaß der postoperativen interstitiellen Ödembildung untersucht werden. 20 Patienten, die sich einer elektiven koronaren Bypassoperation unterzogen, wurden entweder einer Gruppe mit Standardpriming (SP, 1602±202ml kristalloide Vorfüllung, n=10) oder einer RAP-Gruppe (395±150ml) zugeordnet. RAP wurde vor Beginn der EKZ durch langsames Ersetzen der kristalloiden Vorfüllung der arteriellen und venösen Linien mit Patientenblut durchgeführt. Perioperativ wurden die kardiale und pulmonale Funktion, das extravasale Lungenwasser (EVLW), der plasma kolloidosmotische Druck (KOD), die kristalloide Flüssigkeitsbilanz sowie das Körpergewicht der Patienten aufgezeichnet. Ergebnisse Hinsichtlich demographischer und operativer Parameter waren die Patienten gleichermaßen auf die Gruppen verteilt. Durch RAP konnte der Abfall des KOD während der EKZ von 54% in der SP-Gruppe auf 41% signifikant reduziert werden. 2 Std. nach Ende der EKZ war das EVLW im Vergleich zu präoperativ in der Standard-Gruppe um 21% signifikant erhöht, während es in der RAP-Gruppe im gleichen Zeitraum unverändert blieb. Die Bilanz der kristalloiden Flüssigkeiten von OP-Beginn bis EKZ-Ende waren in der RAP-Gruppe signifikant niedriger als in der SP-Gruppe (1857±521 gegenüber 28310±637ml). Zwei Tage postoperativ ergab sich für die Standard-Gruppe eine Zunahme des Körpergewichts um 1,5±1,2kg (p<0,05), während das Gewicht in der RAP-Gruppe unverändert blieb (0,1±0,9kg). Auch die Dauer des stationären Aufenthaltes war in der RAP-Gruppe signifikant kürzer als in der Standard-Gruppe. Schlussfolgerungen Durch RAP kann die ausgeprägte Hämodilution und der Abfall des KOD mit Beginn der EKZ vermindert werden. Dadurch kann das Ausmaß interstitieller Ödeme am Beispiel des EVLWs sowie die perioperative Gewichtszunahme signifikant gesenkt werden, was schließlich zu einem verkürzten Klinikaufenthalt der Patienten führte. Besonders günstig könnte sich RAP auf den postoperativen Verlauf bei Patienten mit eingeschränkten Organfunktionen auswirken.