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Rationale Antibiotikatherapie bei chronischer Niereninsuffizienz

Research paper by M. Girndt

Indexed on: 11 Aug '16Published on: 28 Jun '16Published in: Der Nephrologe



Abstract

Zusammenfassung Chronisch Nierenkranke benötigen häufig eine antibiotische Behandlung. Eine rationelle Antibiotikatherapie muss effektiv wirken und gleichzeitig das Risiko der Resistenzentwicklung minimieren. Dies geschieht durch die sorgfältige Auswahl der Antibiotika, den Einsatz mikrobiologischer Diagnostik zur Keimidentifikation und die anschließende Umstellung der empirischen Therapie auf Substanzen mit schmalerem Wirkspektrum. Auch die Dauer einer antibiotischen Therapie ist für die Resistenzentwicklung wichtig, sie sollte möglichst begrenzt werden. Optimierte Hygienemaßnahmen in Dialyseeinrichtungen können Blutstrominfektionen vermeiden und damit Antibiotika einsparen. Die Pharmakokinetik vieler Antibiotika ist bei Niereninsuffizienz verändert. Wichtig ist es, die initiale Gabe in voller Höhe zu dosieren. Dann erfolgt eine Anpassung der Folgedosierung an die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bzw. an die Dialyse. Die Elimination von Antibiotika durch die Dialyse kann sehr erheblich sein und muss bei der Dosierung berücksichtigt werden.ZusammenfassungChronisch Nierenkranke benötigen häufig eine antibiotische Behandlung. Eine rationelle Antibiotikatherapie muss effektiv wirken und gleichzeitig das Risiko der Resistenzentwicklung minimieren. Dies geschieht durch die sorgfältige Auswahl der Antibiotika, den Einsatz mikrobiologischer Diagnostik zur Keimidentifikation und die anschließende Umstellung der empirischen Therapie auf Substanzen mit schmalerem Wirkspektrum. Auch die Dauer einer antibiotischen Therapie ist für die Resistenzentwicklung wichtig, sie sollte möglichst begrenzt werden. Optimierte Hygienemaßnahmen in Dialyseeinrichtungen können Blutstrominfektionen vermeiden und damit Antibiotika einsparen. Die Pharmakokinetik vieler Antibiotika ist bei Niereninsuffizienz verändert. Wichtig ist es, die initiale Gabe in voller Höhe zu dosieren. Dann erfolgt eine Anpassung der Folgedosierung an die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bzw. an die Dialyse. Die Elimination von Antibiotika durch die Dialyse kann sehr erheblich sein und muss bei der Dosierung berücksichtigt werden.