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Prolongierte Periduralanalgesie (PDA) zur postoperativen Schmerztherapie nach großen urologischen Eingriffen

Research paper by M. Fügen, J. Eberle, R. Gerber, H. Högström, U. E. Studer

Indexed on: 01 Jan '00Published on: 01 Jan '00Published in: Der Urologe. Ausg. A



Abstract

Während die günstigen Effekte der kontinuierlichen Periduralanalgesie (PDA) hinlänglich bekannt sind, stellt sich die Frage, bei welchen operativen Eingriffen die Indikation zu diesem Verfahren zu stellen ist und mit welchen Nebenwirkungen und Komplikationen zu rechnen ist. Hierfür untersuchten wir die Unterschiede der PDA in Wirkung und Nebenwirkungen prospektiv an 172 erwachsenen Patienten in Abhängigkeit vom durchgeführten operativen Eingriff. Verwendung fand eine Kombinationslösung, welche für die Dauer von 5–7 Tagen kontinuierlich appliziert wurde. Keine Unterschiede fanden sich in bezug auf die ausgezeichnete Analgesie und Patientenzufriedenheit. Die Mobilisation war je nach vorangegangenem Eingriff erwartungsgemäß unterschiedlich, auch nach maximalem operativen Trauma jedoch beeindruckend problemlos. Ein verzögertes Einsetzen einer geregelten Darmfunktion nach transperitonealem Eingriff und z. T. auch nach Lumbotomie gegenüber extraperitonealem Unterbaucheingriff ist eingriffsbedingt und z. T. dosisabhängig. Nebenwirkungen wie Sedierung, Nausea und Juckreiz waren geringgradig sehr häufig zu finden, eine strenge Dosiskorrelation war jedoch nicht zu erkennen. Z. T. dürften die Nebenwirkungen eingriffsbedingt sein. Bis zu 11 % der Patienten berichteten anfänglich über eine leichte Muskelschwäche der Beine. Komplikationen: 1 Patient verstarb nach initial unbemerkter intraduraler Katheterlage durch eine cerebrale Hypoxie auf dem Boden einer vorbestehenden gravierenden cerebralen Minderperfusion. Abbruch der PDA bei 4 Patienten wegen falscher Katheterlage. Hämatome, Abszesse oder bleibende neurologische Schäden wurden nicht beobachtet. Die PDA ist in bezug auf Analgesie, Mobilisation und Patientenzufriedenheit ein bewährtes Verfahren, sofern die möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen sorgfältig im Auge behalten werden. Das Verfahren kann für große Lumbotomien und ausgedehnte transabdominelle Eingriffe empfohlen werden, nicht jedoch für extraperitoneale Unterbaucheingriffe, wie die radikale Prostatektomie.