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Prävention und Management kardiovaskulärer Erkrankungen mit Nilotinib

Research paper by A. Kiani, P. Kuhlencordt, A. Hochhaus, H. Tesch, S. Saussele, P. Le Coutre

Indexed on: 23 Jul '15Published on: 23 Jul '15Published in: Der Onkologe



Abstract

Durch die steigende Verwendung zielgerichteter Substanzen bei der Behandlung von Krebserkrankungen werden Hämatologen und Onkologen zunehmend mit unerwarteten Nebenwirkungen konfrontiert. Schwerwiegende Langzeittoxizitäten sind insbesondere bei Erkrankungen mit guter Prognose von Bedeutung und erfordern ein fachübergreifendes, interdisziplinäres Therapiemanagement. Ein Beispiel hierfür ist der Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) Nilotinib, der einen wichtigen Stellenwert bei der Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) einnimmt. Die Verträglichkeit von Nilotinib ist insgesamt als gut einzustufen; allerdings häufen sich Berichte, die darauf hindeuten, dass die Behandlung mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht.Die vorliegende Arbeit ist die Empfehlung einer interdisziplinären Expertengruppe aus Hämatologen und Angiologen in Bezug auf die Prävention und die Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen unter einer Behandlung mit Nilotinib.Vor Beginn der Behandlung sollte eine Stratifizierung der Patienten hinsichtlich des individuellen kardiovaskulären Risikos vorgenommen werden. Höchstrisikopatienten sollten bei Verfügbarkeit gleichwertiger Alternativen vorzugsweise mit einem anderen TKI behandelt werden. Während einer Nilotinib-Therapie sollten regelmäßige Verlaufskontrollen durchführt werden, deren Inhalte und Frequenz auf das individuelle Risikoprofil des Patienten abgestimmt sind. Kardiovaskuläre Risikofaktoren sollten konsequent behandelt sowie frühe Zeichen einer fortschreitenden Atherosklerose beachtet werden. Ein Algorithmus für das Vorgehen im Falle von Zeichen einer progredienten Arteriosklerose oder des Auftretens eines kardiovaskulären Ereignisses wird vorgeschlagen.