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Prä- und postoperative Ernährungstherapie beim Magenkarzinom

Research paper by I. Rötzer

Indexed on: 02 May '13Published on: 02 May '13Published in: Der Onkologe



Abstract

Bei vielen Patienten mit einem Magenkarzinom oder Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs (AEG) kommt es sowohl vor als auch nach Magenresektion zu ernsthaften Ernährungsproblemen. Leitsymptom ist ein ungewollter Gewichtsverlust. Folgen sind ein höheres Risiko für eine Malnutrition und somit ein erhöhtes Risiko für therapiebedingte Komplikationen bis hin zu Nachteilen bezüglich des Gesamtüberlebens.Übersicht über eine evidenzbasierte Integration der Ernährungstherapie in das Behandlungskonzept beim Magenkarzinom.Literaturrecherche in Pubmed, Medline und manuelle Recherche.Der Einfluss einer Mangelernährung auf den Krankheitsverlauf beim onkologischen Patienten wurde bereits in vielen Studien beschrieben. Die Literaturrecherche zeigt, dass v. a. Patienten mit einem hohen Risiko und/oder bereits vorhandener Mangelernährung von einer adäquaten Ernährungstherapie profitieren können. Um Mangelernährung adäquat zu behandeln, ist eine systematische Erfassung des Ernährungszustands (z. B. mittels NRS) notwendig. Die Behandlung der Mangelernährung reduziert therapiebedingte Komplikationen und trägt somit zu einer verbesserten Lebensqualität der Patienten bei.Eine Evaluation des Ernährungszustands sollte bei allen Patienten – beginnend mit der Diagnosestellung wie auch im Verlauf der Erkrankung – erfolgen. Das Ergebnis sollte sowohl prä- als auch postoperativ in das Behandlungskonzept mit einbezogen werden. Nach Gastrektomie sollte immer eine ernährungstherapeutische Begleitung erfolgen. Die veränderte Anatomie führt zu Veränderungen in der Nährstoffaufnahme und -resorption. Langfristig besteht ein erhöhtes Risiko für Anämie, Osteoporose und Malnutrition. In diesen Fällen kann durch ein der Situation angepasstes Essverhalten und mit dem richtigen Einsatz von Pankreasenzymen positiv Einfluss genommen werden. Um Folgeerkrankungen, die durch ein Nährstoffdefizit bedingt sind, zu vermeiden, ist ein regelmäßiges Monitoring der betroffenen Substanzen notwendig.