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Posttraumatische Belastungsstörung

Research paper by F. Griesbeck

Indexed on: 20 Sep '16Published on: 01 Sep '16Published in: Notfall + Rettungsmedizin



Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Folgeerkrankung von Gewalteinwirkung und findet sich in höherer Prävalenz als in der Normalbevölkerung bei Rettungs- und Einsatzkräften. Ziel des Beitrags ist, dieses dem Akutmediziner nicht so bekannte Krankheitsbild vorzustellen und ihn für die Symptomatik zu sensibilisieren. Dabei wird Wert auf eine kurze Darstellung des neurobiologischen Hintergrunds gelegt, um der gängigen Stigmatisierung psychisch Kranker entgegenzuwirken. Methode Durchsicht und Auswertung aktueller Übersichten und Handbuchbeiträge. Ergebnisse und Schlussfolgerungen Die Lebenszeitprävalenz der PTBS liegt zwischen 4 % und 10 %, ist bei bestimmten Risikopopulationen (Soldaten, Einsatzkräften) sowie Opfern von Verbrechen und sexueller Gewalt höher. Die PTBS führt zu Veränderungen in für die Furchtreaktion zuständigen Gehirnregionen und der vegetativen Stressreaktion. An spezifischen Psychotherapien haben das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und die traumafokusierten Verhaltenstherapien, deren Wirkmechanismus beschrieben wird, ihre Effektivität bewiesen, obwohl die Abbruchrate hoch ist und ein Drittel der Patienten nicht profitierte. Diese Therapien können mit kürzerer Sitzungszahl als Frühintervention im Sinne der Sekundärprävention angewandt werden. Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer können die Symptomatik verbessern. Zusammenfassung Hintergrund Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Folgeerkrankung von Gewalteinwirkung und findet sich in höherer Prävalenz als in der Normalbevölkerung bei Rettungs- und Einsatzkräften. Ziel des Beitrags ist, dieses dem Akutmediziner nicht so bekannte Krankheitsbild vorzustellen und ihn für die Symptomatik zu sensibilisieren. Dabei wird Wert auf eine kurze Darstellung des neurobiologischen Hintergrunds gelegt, um der gängigen Stigmatisierung psychisch Kranker entgegenzuwirken. HintergrundDie posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Folgeerkrankung von Gewalteinwirkung und findet sich in höherer Prävalenz als in der Normalbevölkerung bei Rettungs- und Einsatzkräften. Ziel des Beitrags ist, dieses dem Akutmediziner nicht so bekannte Krankheitsbild vorzustellen und ihn für die Symptomatik zu sensibilisieren. Dabei wird Wert auf eine kurze Darstellung des neurobiologischen Hintergrunds gelegt, um der gängigen Stigmatisierung psychisch Kranker entgegenzuwirken. Methode Durchsicht und Auswertung aktueller Übersichten und Handbuchbeiträge. MethodeDurchsicht und Auswertung aktueller Übersichten und Handbuchbeiträge. Ergebnisse und Schlussfolgerungen Die Lebenszeitprävalenz der PTBS liegt zwischen 4 % und 10 %, ist bei bestimmten Risikopopulationen (Soldaten, Einsatzkräften) sowie Opfern von Verbrechen und sexueller Gewalt höher. Die PTBS führt zu Veränderungen in für die Furchtreaktion zuständigen Gehirnregionen und der vegetativen Stressreaktion. An spezifischen Psychotherapien haben das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und die traumafokusierten Verhaltenstherapien, deren Wirkmechanismus beschrieben wird, ihre Effektivität bewiesen, obwohl die Abbruchrate hoch ist und ein Drittel der Patienten nicht profitierte. Diese Therapien können mit kürzerer Sitzungszahl als Frühintervention im Sinne der Sekundärprävention angewandt werden. Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer können die Symptomatik verbessern. Ergebnisse und SchlussfolgerungenDie Lebenszeitprävalenz der PTBS liegt zwischen 4 % und 10 %, ist bei bestimmten Risikopopulationen (Soldaten, Einsatzkräften) sowie Opfern von Verbrechen und sexueller Gewalt höher. Die PTBS führt zu Veränderungen in für die Furchtreaktion zuständigen Gehirnregionen und der vegetativen Stressreaktion. An spezifischen Psychotherapien haben das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und die traumafokusierten Verhaltenstherapien, deren Wirkmechanismus beschrieben wird, ihre Effektivität bewiesen, obwohl die Abbruchrate hoch ist und ein Drittel der Patienten nicht profitierte. Diese Therapien können mit kürzerer Sitzungszahl als Frühintervention im Sinne der Sekundärprävention angewandt werden. Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer können die Symptomatik verbessern.