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Pharmakotherapie der Depression bei Menschen mit Diabetes

Research paper by K.G. Kahl, S. Lampen-Inkamp, K. Göllner, J. Liersch, B. Claassen, A. Wilkening, G. Schik, T. Peschel

Indexed on: 27 May '10Published on: 27 May '10Published in: Der Diabetologe



Abstract

Der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen, vor allem der majoren Depression, und Typ-2-Diabetes wird durch viele Einzeluntersuchungen und Metaanalysen bestätigt. Das komorbide Auftreten von Depression und Diabetes beeinflusst sowohl die Prognose als auch das therapeutische Ergebnis beider Erkrankungen. Beispielsweise sind diabetestypische Komplikationen bei Patienten mit komorbider Depression häufiger als bei Diabetespatienten ohne Depression.Für die tägliche Praxis sind zwei Fragen entscheidend: Wie lässt sich eine komorbide Depression diagnostizieren? und: Welche Therapie ist unter Beachtung der spezifischen Stoffwechsellage diabeteskranker Patienten angezeigt? Obwohl die Depression eine klinische Diagnose ist, lässt sich die diagnostische Sicherheit mit erprobten Screening-Verfahren verbessern. Zur Therapie werden neben Psychoedukation, Psychotherapie und lebensstilverändernden Interventionen auch antidepressiv wirksame Medikamente eingesetzt. Diese unterscheiden sich in ihrem Nebenwirkungsspektrum. Die Strategie der antidepressiven Behandlung bei Patienten mit komorbider Depression und Diabetes sollte sich daher nicht nur an der antidepressiven Wirksamkeit, sondern auch an der metabolischen Verträglichkeit orientieren.