Quantcast

Pharmakologische Eigenschaften von Hydrochlorothiazid im Vergleich zur Wirkung anderer Diuretica

Research paper by Dieter P. Mertz

Indexed on: 01 Jan '59Published on: 01 Jan '59Published in: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology



Abstract

In klinisch-experimentellen Untersuchungen an insgesamt 133 Versuchspersonen werden pharmakologische Eigenschaften, Nebenwirkungen und vermutlicher Wirkungsmechanismus von 6-Chlor-7-sulfamyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyd(Hydrochlorothiazid),einem oralen Diureticum, dargestellt und mit den Effekten anderer Diuretica verglichen. Danach bewirkt Hydrochlorothiazid (HC) durch Verminderung der tubulären Reabsorption von Natrium und Chlorid und in geringem Maße auch von Kalium eine osmotische Diurese. Die saluretische Maximalwirkung, die nach oraler Applikation von 100 mg HC zustande kommt, ist mit der von parenteral verabreichbaren Hg-Diuretica und von Chlorothiazid, dem stärksten bisher bekannten oralen Diureticum, vergleichbar. Die renale Ausscheidung von Kalium wird mit dem Schweregrad der Hydropsie gefördert, die von Calcium, Magnesium und Phosphor nicht beeinflußt. Die saluretische Wirksamkeit ist weitgehend konstant, steuerbar und nahezu unabhängig von der Ausgangslage im Säure-Basen-Haushalt. Bei Hypertonie kann der Blutdruck — vermutlich durch den Entzug von Natrium — gesenkt werden. HC hemmt die Aktivität der Carboanhydratase im Nierentubulus noch weniger als Chlorothiazid. Als Nebenwirkungen sind eine reversible Erhöhung der Serumkonzentrationen von Harnsäure und Harnstoff, die Tendenz zur Entwicklung einer hypochlorämischen und hypokaliämischen Alkalose, ein akutes Kaliummangel-Syndrom und bei hydropischen Patienten die Neigung zu hyponatriämischem Ödem zu nennen. Weitere Eigenschaften von HC sowie die akute Wirkung von 7-(β-Isopropylamino-propyl)-theophyllin auf Nierenfunktion und Wasserhaushalt werden mitgeteilt.