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Nierenbeteiligung bei Systemerkrankungen

Research paper by O. Mehls, R. Waldherr, K. Schärer

Indexed on: 01 Mar '04Published on: 01 Mar '04Published in: Monatsschrift Kinderheilkunde : Organ der Deutschen Gesellschaft fur Kinderheilkunde



Abstract

Die wichtigsten und häufigsten Systemerkrankungen, die zu einer Beteiligung der Nieren führen, sind der systemische Lupus erythematodes und die systemischen Vaskulitiden. Die Niere ist das kritische Organ, an dem sich das Schicksal der Patienten entscheidet. Frühe Diagnose und adäquate Therapie können die Krankheit rückläufig gestalten und unter Umständen heilen. Der nachstehende Beitrag beschränkt sich auf den Lupus erythematodes, die ANCA-assoziierten Vaskulitisformen und die Periarteriitis nodosa. Je nach Größe der beteiligten Gefäße kommt es zur Glomerulonephritis oder zu Nekrosen. Alle genannten Krankheiten erfordern im Akutstadium eine aggressive Immunsuppression mit Glukokortikoiden und Cyclophosphamid. Bei der Lupusnephritis ist die Therapie nur beim Vorliegen einer diffus-proliferativen Glomerulonephritis oder sehr schweren Verlaufsformen der fokal-proliferativen Glomerulonephritis und membranösen Glomerulonephritis indiziert. Um Nebenwirkungen der Immunsuppression zu vermeiden, sollte die Induktionstherapie möglichst rasch durch eine Erhaltungstherapie ersetzt werden. Dies ist bei den ANCA-assoziierten Vaskulitiden nach 3–6 Monaten möglich. Entsprechende Studien liegen für den Lupus erythematodes nicht vor.