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Neurotoxische Langzeitschäden bei Ecstasy (MDMA)-KonsumentenÜberblick über den aktuellen Wissensstand

Research paper by E. Gouzoulis-Mayfrank, J. Daumann, H. Saß

Indexed on: 17 Mar '14Published on: 17 Mar '14Published in: Der Nervenarzt



Abstract

Ecstasy (3,4-Methylendioxymethamphetamin=MDMA und einige chemische Analoga) schädigt im Tierexperiment selektiv und langanhaltend das zentrale serotonerge System. Aufgrund der Beteiligung von Serotonin an vielen funktionellen Systemen wären als Konsequenzen einer zentralen serotonergen Schädigung beim Menschen psychiatrische, vegetative und neuroendokrine Störungen sowie Veränderungen kognitiver Funktionen denkbar. In den letzten Jahren wurden mehrere Studien zu möglichen funktionellen Auswirkungen einer serotonergen Schädigung bei Ecstasy-Konsumenten durchgeführt. Diese werden in der vorliegenden Übersicht referiert und entsprechend der Qualität ihres Studiendesigns in ihrer Aussagekraft gewichtet. Zusammenfassend verdichten sich trotz forschungsimmanenter methodischer Probleme die Verdachtsmomente in Richtung langfristiger ZNS-Schäden mit Auswirkungen insbesondere im kognitiven Bereich. In mehreren Studien konnten bei Ecstasy-Konsumenten mit hoher Konsistenz relative Beeinträchtigungen mnestischer Funktionen in Abhängigkeit vom Ausmaß des Ecstasy-Konsums nachgewiesen werden. Weniger konsistent wurden auch Störungen zentraler exekutiver Funktionen berichtet. Wesentliche Fragen nach der Progredienz, Persistenz oder (Teil-)Reversibilität der Veränderungen nach langen Abstinenzperioden sind noch offen und werden in zukünftigen Längsschnittstudien geklärt werden müssen.