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Neurosekretion — Stress — Adaptation

Research paper by H. Rodeck, R. Braukmann

Indexed on: 01 Jul '66Published on: 01 Jul '66Published in: Research In Experimental Medicine



Abstract

Es wurde die Wirkung des unspezifischen Stress Schmerz auf das neurosekretorische System von Ratten untersucht. Die Tiere wurden in zwei Versuchsgruppen eingeteilt und unterschiedlichen Belastungen unterworfen. Den Ratten der ersten Gruppe wurden 20 Tage lang täglich zwei subcutane Injektionen von je 1,0 ml physiologischer Kochsalzlösung, den Tieren der zweiten Gruppe 3 Tage lang täglich zwei subcutane Injektionen von je 0,5 ml einer 4%igen Formaldehydlösung verabfolgt.Während die mit physiologischer Kochsalzlösung behandelten Ratten lediglich am ersten und zweiten Tag nach Versuchsbeginn eine nicht sehr ausgeprägte Neurosekretabnahme ihrer Neurohypophyse, dagegen keine Verminderung des Neurosekretbestandes ihrer neurosekretorischen Kerngebiete zeigten und sich ihr neurosekretorisches System trotz weiterer täglicher Injektionen bereits nach 3 Tagen wieder erholt hatte, ließen die mit Formaldehydinjektionen behandelten Tiere eine stärkere Abnahme ihres Neurosekretgehaltes erkennen — in erster Linie gleichfalls in der Neurohypophyse und weniger in den Kerngebieten bzw. im Tractus. Die Normalisierung trat trotz der nach 3 Tagen erfolgten Beendigung der Formaldehydinjektionen nur sehr langsam ein und war nach 3 Wochen noch nicht vollständig vollzogen. Dafür wird nur z. T. der mit den Formaldehydinjektionen verbundene Schmerz verantwortlich gemacht. Zum anderen wird angenommen, daß sich infolge der Injektionen bei den Tieren ein Bedingungsreflex ausgebildet hat, der einen „emotional stress“ jeweils bei Herausnahme der Tiere aus dem Käfig auslöste. Dieser führte seinerseits zu einer verstärkten Neurosekretabnahme. Trotzdem zeigten auch diese Tiere eine Adaptation ihres neurosekretorischen Systems an die Stress-Situation.