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Neuropsychologische Risiken für die kognitive Informationsverarbeitung bei Kindern mit Epilepsie

Research paper by F. Haverkamp, T. Bölling, M. Noeker

Indexed on: 01 Nov '97Published on: 01 Nov '97Published in: Monatsschrift Kinderheilkunde : Organ der Deutschen Gesellschaft fur Kinderheilkunde



Abstract

Neuropsychologische Studien an Kindern mit Epilepsie konnten ein erhöhtes Risiko für Störungen der Aufmerksamkeit und des Kurzzeitgedächtnisses sowie eine insgesamt verringerte Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung nachweisen. Es ist bis heute nicht geklärt, ob eine fokale EEG-Pathologie eher zu einem lateralisierten kognitiven Defizit führt, das eng mit den Funktionen der korrespondierenden Hemisphäre verbunden ist, oder aber zu einer eher generellen Störung der Funktionen beider Hemisphären. An einer Stichprobe von 44 Kindern mit Epilepsie untersuchten wir die sequentielle und die simultane Informationsverarbeitung in Abhängigkeit von der Lokalisation des EEG-Fokus. Das wichtigste Ergebnis ist der Nachweis einer generellen Funktionsbeeinträchtigung bei der kognitiven Informationsverarbeitung; das sequentielle Denken war in stärkerem Ausmaß betroffen. Ein Zusammenhang zwischen der Lokalisation des EEG-Fokus oder der Handpräferenz und dem Ausmaß der Beeinträchtigung konnte nicht nachgewiesen werden. Wie in anderen Studien zeigte sich jedoch bei Kindern, die eine erhöhte Anzahl antikonvulsiver Medikamente benötigen, und bei Kindern mit nachgewiesener neuroanatomischer Läsion ein erhöhtes Risiko für Störungen der kognitiven Informationsverarbeitung. Die Ergebnisse deuten auf eine mögliche Beeinträchtigung zugrundeliegender Metagedächtnisfunktionen hin.