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Neue Konzepte der Primärprävention erfordern Umdenken

Research paper by Axel Schmermund, Raimund Erbel

Indexed on: 01 May '01Published on: 01 May '01Published in: Medizinische Klinik (Munich, Germany : 1983)



Abstract

Die bisherigen Erfolge in der Senkung der Sterblichkeit an koronarer Herzkrankheit sind vor allem auf Verbesserungen in der Therapie der klinisch apparenten, akuten Ereignisse zurückzuführen und haben als Ergebnis, dass die Zahl von Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit ansteigt. Nur die Vermeldung zukünftiger kardialer Ereignisse ermöglicht weitere Fortschritte in der Bekämpfung dieser Volkskrankheit. Die effektiven Therapiemöglichkeiten müssen bei geeigneten Patienten eingesetzt werden.Die neuen Konzepte der Primärprävention zielen darauf ab, die präventive Therapie zu individualisieren. Das Risiko soll durch den Einsatz von nicht invasiven Tests präzisiert werden, die eine präklinische Atherosklerose erkennen. Es wird eine quantitative Risikoabschätzung mittels Anamnese, körperlicher Untersuchung und Labortests vorgenommen. Dies wird durch Tabellen und einfache Risikoalgorithmen erleichtert, welche die mittels-, aber auch die langfristige (Lebenszeit-)Wahrscheinlichkeit nach kardialen Ereignisse angeben. Einzelne Risikofaktoren erfahren eine graduelle Neubewertung hinsichtlich ihrer Bedeutung, besonders der Diabetes mellitus und die arterielle Hypertonie.Mit den bildgebenden Verfahren, dem Knöchel-Arm-Index und der Messung des C-reaktiven Proteins stehen neue Methoden zur weiteren Risikostratifizierung zur Verfügung. Sie sollen es erleichtern, die therapeutische Entscheidung bei Patienten mit mittlerem Risiko auf eine rationale Grundlage unter Berücksichtigung der Pathophysiologie von Atherosklerose und koronarer Herzkrankheit zu stellen.Es sollen Patienten identifiziert werden, die ein ähnlich hohes Risiko aufweisen wie bei klinisch bereits fassbarer atherosklerotischer Erkrankung. Solche Patienten können gezielt therapiert werden, und die strikte Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärprävention wird abgelöst.